Die Yerkes-Dodson Kurve verändern
Körperliche Fitness erhöhrt das Optimum. Von Hochleistungssportlern heißt es darüber hinaus, sie würden in körperlicher Ruhe hinter ihren geistigen Möglichkeiten zurückbleiben, bräuchten also ein Mindestmaß auch von körperlicher Aktivierung, um das geistige Optimum erzielen zu können. Die Kurve ist also sowohl nach oben als auch nach der Seite veränderlich.
Die meisten Informationen zum geistigen Fitness hier auf methode.de beziehen sich auf die Höhe der Kurve. Wir versuchen, durch optimale Ernährung, ausreichen Flüssigkeit, Bewegung, Sauerstoff etc das Optimum zu erhöhen. Eine ganze Reihe von Tipps bezieht sich aber auch auf die Aktivierung.
Den optimalen Punkt finden
Eigentlich noch viel interessanter wäre aber, am richtigen Punkt zu arbeiten. Falls die Kurve eher flach verläuft, wie man es in alten Lehrbüchern findet, bringt das nur mäßigen Zugewinn. Ist die Kurve aber eher steil und spitz, könnte der Gewinn ganz beträchtlich ausfallen.
Wie ist das also? Wie findet man den optimalen Punkt? Wie erkennen wir, ob wir ihn erreicht haben? Kommt das überhaupt vor? Wie schnell bewegt man sich auf der Aktivitätsachse vom Optimum weg und darauf zu? Wo arbeiten wir eigentlich? Eher rechts oder eher links vom Optimum?
Antworten auf diese Fragen bietet überraschenderweise ein Randgebiet der Psychologie: Die Glücksforschung. Der Mensch, so hat man herausgefunden, ist gleichzeitig am glücklichsten und am leistungsfähigsten eben an diesem Optimum. Er ist es dann, wenn er das tut, was er am liebsten tut und am besten kann. Diesen Zustand nennt man Flow.
Aktivierung erhöhen
Während uns Stressbekämpfung, Entspannung eher geläufig ist, kennen viele Menschen kaum einen Weg zur stärkeren Aktivierung. Diese Aktivierung scheint besonders günstig auszufallen, wenn sie nicht direkt über das Denken und Arbeiten erfolgt, sondern auf Umwegen. Beispielsweise kann man die Aktivierung durch Reflexzonenmassage, Jogging oder einen Sitzball (über den Gleichgewichtssinn) fördern, ohne Nervosität oder Überaktivierung zu erzeugen...
Zwischen Stress und Langeweile
Rechts neben dem Optimum finden wir einen Bereich, den wir Stress oder Distress nennen. Gehetzt zu sein, überaktiviert, schlecht gelaunt und immer in Aktion, das ist nicht der optimale Leistungspunkt unseres Gehirns. Noch dazu es dieser Bereich auch nicht gesund.
Ein Abfall auf die linke Seite, zur Langeweile, ist aber auch nicht viel besser. Langeweile ist ebenso ungesund. Sie kann uns sogar unser Augenlicht und viele Lebensjahre kosten. Es lohnt sich daher, sich immer wieder nach interessanten Aufgaben umzusehen.
Die Kurve ist steil und spitz
Die Forschungen z.B. von Mihaly Csikszentmihalyi zeigen eine Verbindung des Flow mit außerordentlich hohen Leistungen. Seine Beobachtungen an Chirurgen, Bergsteigern und anderen Menschen aus Hochleistungsberufen zeigen, daß zwischen dem Bereich außerhalb des Flow und der Leistung im Flow ganz außerordentliche Leistungsunterschiede liegen können. Beim Superprogramming hat man Leistungsunterschiede von Faktor 10 gemessen...
Flow wird nicht nur durch den Faktor Aktivierung bestimmt. Insofern muß die Yerkes Dodson Kurve nicht wesentlich falsch sein. Aber es ist klar: Den optimalen Punkt der Aktivierung zu finden, lohnt sich.
Literatur