Woran denken Sie beim Jogging? Beim Schwimmen? Beim Wandern? Beim Radfahren?
Beim Joggen sind Sie intelligenter als im Sitzen. Das sollten Sie nicht ungenutzt lassen.
Die Frage stellt sich nicht, wenn Sie in der Gruppe laufen und sich miteinander unterhalten. Wenn Sie aber alleine laufen, dann ist Jogging eine gute Gelegenheit zum Nachdenken. Vielleicht ist es Ihre einzige wirkliche Gelegenheit zum Nachdenken für den ganzen Tag ...
Wer sich an die "Spielregeln des Jogging" hält, langsam und im Sauerstoffüberschuss läuft, der ist während des Laufens geistig in Hochform. Andererseits ist der (Allein-)Jogger von gedanklichem Input isoliert, noch dazu wenn die Umgebung monoton ist oder er in der Dämmerung oder Dunkelheit läuft.
Wie denkt man beim Jogging?
Die Folge ist eine Art von Tagträumen. Was der Einzelne wirklich denkt, entzieht sich unserer Kenntnis. Der eine oder andere wird wohl an seinen Job denken, an einen Streit, an ein Vorhaben etc. Andere retten vielleicht im Traum die Welt, erleben Abenteurer mit dem anderen Geschlecht, verarbeiten den Gedankenmüll aus dem Fernsehen.
Wenn Sie loslaufen und dabei an eine anstehende Entscheidung denken, dann ist
die Wahrscheinlichkeit groß, daß Sie die ganze Zeit bei diesem Themenkomplex bleiben und damit schließlich wieder nach Hause kommen. Die typische Folge der "gedanklichen Isolation" ist, dass sich Ihre Gedanken nur gegenseitig anstossen, dass Sie sich in einem "Gedankenkäfig" bewegen.
Wenn Sie alleine laufen, dann "verrennen" Sie sich leicht in einen Gedanken. Niemand widerspricht Ihnen. Sie machen keine Notizen und Sie können nichts nachschlagen. Schwierige Entscheidungen werden nicht wirklich abgewogen, sondern bleiben einseitig betrachtet. Es gibt also Denkprozesse, für die sich sportliche Betätigung wenig eignet.
Andererseits: Was soll´s? Warum soll es eigentlich wichtig sein, was wir beim Joggen denken?
Gesündere Gedanken!
Der wichtigste Grund ist wohl, dass der Erfolg des Joggens selbst von unseren Gedanken abhängt. Wenn Sie an den Streit mit Ihrem Partner denken, an Ihren mürrischen Chef oder an diesen blöden Fehler, den Sie gestern bei der Arbeit gemacht haben, dann steigt Ihr Puls unnötig, aber kräftig an. Sie lächeln nicht, sondern verkrampfen sich innerlich. Sie verlassen schnell den optimalen Laufzustand Ihres Körpers. Sie laufen nicht mehr für die Gesundheit, sondern dagegen.
Fitnesspapst Dr Strunz empfiehlt nicht ohne Grund, "lächelnd" zu laufen. Nur so ist der gesundheitliche Effekt optimal.
Ihre Zeit optimal nutzen
Der zweite Grund, über das Denken beim Ausdauertraining nachzudenken, ist Ihre Zeit. Regelmäßige Läufer bringen im Laufe der Zeit zwei volle Lebensjahre mit Laufen zu. Es ist sinnvoll, diese riesige Zeitspanne optimal zu nutzen.
Warum sollten wir diese Zeit verschwenden für Gedanken an die Lieblings-Seifenoper im Fernsehen? Warum Zeit verschwenden für Fehlentscheidungen, die wir nun doch nicht mehr ändern können? Wozu Zeit verschwenden für den Streit mit Kollegen, was doch nur die Stimmung trübt und zu nichts führt?
Worüber wollen Sie nachdenken?
Fassen wir kurz zusammen, dann haben wir eine gute Gelegenheit zum Nachdenken, die wir aber stimmungsmäßig wenig belasten sollten und die sich nicht für jede Art von Nachdenken eignet.
Wofür eignet sich diese Zeit dann am besten?
Es sind erfahrungsgemäß vier Bereiche:
- Das Visualisieren von Erfolgen und Zielen
- Das Suchen nach Problemlösungen
- Die Vorverarbeitung von Lernstoff in einer Art "Priming-Effekt"
- bewusste Erholung
Erfolge visualisieren
Am ehesten zum "Tagträumen" passt das Thema "Erfolge visualisieren". Egal, ob Sie sich für Ihren Lebensabend ein Jagdschloss in den Karpaten vorstellen oder ob Sie einfach nur sich vorstellen, wie bis zum Abend der Aktenstapel auf Ihrem Schreibtisch halbiert werden wird: Eine lebhafte Vorstellung begünstigt das Erreichen Ihres Ziels.