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Den Konflikt der Gehirnhälften geschickt ausnutzen ...

 

Den Konflikt der Gehirnhälften geschickt ausnutzen ...

Das menschliche Großhirn besteht aus zwei symmetrischen Hälften mit unterschiedlichen Funktionen.
Interessant ist, das manchmal die weniger geeignete Hemisphäre bestimmte Denkaufgaben erledigt
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Hippokrates

Welche Stelle des Gehirns denkt was?

Bereits der berühmte griechische Arzt Hippokrates stellte an Verwundeten aus den Perserkriegen fest: Schädigungen bestimmter Stellen des Gehirns treffen mit dem Verlust ganz bestimmter Gehirnfunktionen zusammen. Manchen Denkfunktionen kann man im Gehirn einen Ort zuweisen. Zu diesen Funktionszentren zählen z.B. die Sprachzentren, also die Talente für das Erzeugen und Verstehen von Sprache.
 

Das Großhirn ist nicht symmetrisch

Die beiden Großhirnhälften sind nur äußerlich symmetrisch angelegt. Ihre Funktionen sind verschieden. Die linke Gehirnhälfte ist Sitz des Sprachzentrums. Sie tut im Grunde alles, was wir auf den ersten Blick Denken nennen würden. Sie denkt in Sprache, in Begriffen, sie denkt logisch, analytisch. Kurzum, sie bearbeitet verdichtete Gedanken.

Das Rohmaterial der Gedanken, die aufblitzenden Ideen, die Bilder, ja alle Sinneseindrücke bearbeitet die rechte Gehirnhälfte. Die rechte Hemisphäre denkt unmittelbar in Bildern. Sie denkt ganzheitlich, intuitiv. Sie nutzt räumliche, farbige und bewegte Modelle und sie ist der Sitz der Phantasie.

GehirnhemisphärenWoher wissen wir das?

Exakte Kenntnisse verdanken wir Roger Sperry und seiner Hemisphärentheorie. In den 60er Jahren durchtrennte Sperry bei schwerstkranken Epilepsie-Patienten das Corpus Callosum, den Verbindungsstrang zwischen den Gehirnhälften. Das Leid der Patienten wurde gelindert, aber ihre Denkfähigkeit zeigt jetzt spezifische Defizite.

Sperry untersuchte diese Zusammenhänge. Sein Werk wurde gekrönt durch den Nobelpreis für Medizin 1981. Heute kann übrigens von Theorie keine Rede mehr sein. Mit Hilfe der Tomographie kann heute - überspitzt formuliert - jedes moderne Krankenhaus regelrecht beobachten, mit welchem Teil des Gehirns ein Mensch gerade denkt.
 

Warum existiert diese Hemispärenteilung?

Der Mensch ist Rechtshänder oder Linkshänder und bevorzugt auch eines seiner Beine. Beim genauen Hinsehen, z.B. in Zusammenhang mit Augenübungen, stellen wir sogar fest, dass wir rechtsäugig oder linksäugig sein können. Woher kommt das?
 Säbelzahntiger

 
Händigkeit - Denken auf Vorrat!

Händigkeit übt den Gebrauch von Waffen und Werkzeugen. Gleichzeitig ist Händigkeit "Denken auf Vorrat". Wenn plötzlich ein Säbelzahntiger vor dem Urmenschen stand, durfte er nicht mehr überlegen, mit welcher Hand er die Keule heben sollte oder mit welchem Fuß zuerst davoneilen. Das musste automatisch gehen. Jeder Zeitverlust wäre ein Überlebensnachteil.
 
 

Wann entstand Bewusstsein?

Denkgewohnheiten und Denkbedürfnisse änderten sich mit der Kultur sehr stark. Erst spät in der Geschichte konnte der Mensch echte Spezialisierung auf künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten entwickeln. Arbeitsteilung, sichere Umgebung und das Entstehen einer Schriftsprache brachten dem Menschen umwälzende Veränderungen im Gebrauch des Gehirns. Der amerikanische Forscher Julian Jaynes behauptet - fundiert recherchiert und mehr als nur einer Überlegung wert - der Wandel im Denken sei außerordentlich sprunghaft erfolgt und habe überhaupt erst die Entstehung des menschlichen Bewusstseins ausgelöst.
 

Übergewicht der linken SeiteHändigkeit im Gehirn?

Im Gehirn haben wir eine ähnliche Situation. Der Mensch ist rechtshirnig oder linkshirnig veranlagt. Er bevorzugt zum Lösen von Denkproblemen die eine oder andere Gehirnhälfte. Im Laufe unseres Lebens prägen die Spuren von Kultur und Ausbildung tiefe Gräben in die Denkbahnen des Gehirns.

Früh schon haben wir gelernt, dass keine Idee etwas gilt, wenn wir sie nicht in Worte zu kleiden verstehen. Das Gleichgewicht ist gestört. Und so kommt es, dass ein Übergewicht unserer Denkbahnen den Weg in die linke, sprachlich denkende Gehirnhälfte weist.

Das Ergebnis ist folgenschwer. Es entstehen Fehlleitungen. Die linke Gehirnhälfte erledigt Denkprobleme, die eigentlich ureigenstes Betätigungsfeld der rechten Hemisphäre wären.
 

Der Schiedsrichter im Gehirn

Wenn wir von Überbetonung der linkshirnigen Denkfunktionen sprechen, dann bedeutet das nicht, dass die rechte Gehirnhälfte verkümmert, gar physisch an Gewicht verliert und derlei Märchen mehr, die wir da und dort lesen können. Es mag an Training der rechten Gehirnhälfte fehlen. Aber der wichtigste denkmethodische Gesichtspunkt ist diese Fehlfunktion.

 

WettkampfEs gibt im Gehirn eine Instanz, die jedem Denkproblem ein Talent des Gehirns, insbesondere eine Gehirnhälfte zuweist. Jede der Gehirnhälften bemüht sich darum. Und daher ist auch das Bild einer unterentwickelten Gehirnhälfte falsch. Es handelt sich einfach um einen ungleichen Zweikampf. Ist etwa das linke Gehirn durch permanente Nutzung besser durchblutet, sind die eingeprägten Denkbahnen zu tief und die Gewohnheiten zu fest, dann entscheidet sich dieser Mechanismus einfach falsch. Wir denken mit der falschen Gehirnhälfte.
 

Wo treten Konflikte auf?

Im Alltag merken wir wenig von diesen Vorgängen. So schlecht funktioniert unser Gehirn schließlich nicht und wir sollten uns davor hüten,, uns mit ein paar Taschenspielertricks zu lauter Einsteins entwickeln zu wollen. Es gibt aber einige Funktionen, die die Fehlfunktion ganz deutlich zeigen. Beispiele sind das Programmieren, das Zeichnen, das Gedächtnis oder Anfängerprobleme in verschiedenen Sportarten. Durch Denkmethoden sind hier phänomenale Verbesserungen möglich!


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