mehr Erfolg mit meineZIELE!














Schneller lernen durch Köderaufgaben ...

 

Je besser der Köder ...Schneller lernen durch Köderaufgaben ...

Je schneller das Wissen wächst, desto wichtiger wird es, effizient und effektvoll zu lernen. Aber noch viel mehr kommt es darauf an, die richtigen Dinge zu lernen. Das Lernen mit Köderaufgaben zählt zu den wichtigsten Tricks unter den Lernmethoden. Köder-Aufgaben steigern die Lerngeschwindigkeit und sorgen für ein organisch zusammengewachsenes Wissen.

Wollen Sie schneller und besser lernen? Mit weniger Aufwand, aber mehr Spaß? Lesen Sie weiter:
 

Was ist eine Köderaufgabe?

Der menschliche Geist, so ein griechischer Philosoph, ist kein Behälter, den es zu füllen gilt, sondern ein Feuer, das entfacht werden muss.

Ganz grundsätzlich kann der Mensch auf zweierlei Weise motiviert sein: Direkt oder Indirekt. Eine Tätigkeit ist für sich selbst so interessant, dass man sie gerne tut. Oder man tut etwas, um indirekt eine angenehme Tätigkeit zu unterstützen. Überstunden können Spaß machen, oder wir machen sie, weil wir damit den nächsten Segelausflug finanzieren wollen ...

Direkte Motivation ist deutlich stärker und die damit verbundene Tätigkeit deutlich befriedigender als bei indirekter Motivation. Und das gilt natürlich auch beim Lernen.

Wir lernen umso schneller, je mehr uns der Lernstoff interessiert. Und wie bei so vielen Denkmethoden geht es auch hier nicht nur um ein paar Prozent mehr Effizienz, sondern häufig um ein Vielfaches an Lerngeschwindigkeit. Das Kernproblem also ist, Interesse zu wecken.

Häufig ködern wir uns mit einer Belohnung. Die Aussicht, nach Erledigung der Hausaufgaben ins Schwimmbad zu dürfen, kann einen Schüler anspornen. Auch ein guter Lehrer hat dazu die verschiedensten Möglichkeiten.

Viel schwieriger ist es, wenn man einen Lernstoff im Selbststudium erwerben möchte. Wir brauchen einen Köder für unseren Geist. Ein solcher Köder könnte eine Aufgabe sein. Gelingt es uns, eine interessante Aufgabe zu finden, zu deren Lösung ein bestimmtes Wissensgebiet oder eine Fertigkeit erschlossen werden muss, nennt man dies eine Köderaufgabe.

Manchmal können das ganz einfache Aufgaben sein, auch solche, die noch am gleichen Tag gelöst werden können. Besonders wirkungsvoll sind aber solche, die uns wochen- und monatelang in Atem halten können. Denken Sie an die Meisterleistungen, die Jugendliche für "Jugend forscht" vollbringen.
 

Köderaufgaben für jeden?

Köderaufgaben wirken nur bei wissbegierigen, ehrgeizigen Menschen, werden Sie sagen. Das ist richtig. Aber wir sind alle wissbegierig. Wir sind alle ehrgeizig. In jedem von uns schlummert noch ein Funke des wachen Geistes aus Kindertagen, den wir wecken können. Jeder von uns kann sich von einer interessanten, schwierigen Aufgabe fesseln lassen, an ihr wachsen und sie bezwingen.

SpanienKöderaufgaben sind sehr individuell. Eine Aufgabe, die den einen zu einem berauschenden Kampf anstachelt, wird andere völlig kalt lassen. Jeder Mensch und jedes Wissensgebiet braucht seine eigene Köderaufgabe. Das Problem ist nicht, sie einzusetzen, sondern sie zu finden.
 

Beispiel Sprache

Ein erstes Beispiel wäre vielleicht, sich einen Urlaub in Spanien vorzunehmen für den Zeitpunkt, an dem man ausreichend spanisch spricht. Das wäre ein Köder. Eine Köderaufgabe wäre, einmal einen Vortrag auf Spanisch zu halten, einen Prospekt ins Spanische zu übersetzen oder ähnliches. Je stärker der Antrieb, desto leichter fällt es, die Sprache zu lernen. Ein junger Mann, der eine Spanierin zur Freundin gewinnt, wird schneller Spanisch können als jede Sprachschule das je zu vermitteln vermag.

Wie Sie sehen, vermischen sich hier die Begriffe Belohnung und Köderaufgabe.
 

Beispiel Rubic´s Cube

Rubik`s CubeEin Beispiel aus meiner eigenen Studienzeit: Es fiel mit schwer, ohne Vorkenntnisse und Interesse Grundkenntnisse der Elektronik erwerben. Deshalb suchte ich mir eine Köderaufgabe. Ich beschloss, den berühmten Zauberwürfel, Rubic´s Cube, in Originalgröße nachzubauen mit einigen elektronischen Innereien. Er sollte in der Lage sein, sich selbst aus einer beliebigen Situation wieder in die Originalstellung zurückzudrehen.

Ich gebe es gleich zu, das habe ich nicht geschafft. Aber wie man elektronische Schaltungen baut, wie man ein Oszilloskop benutzt, wie man Mikroprozessoren programmiert und eine Vielzahl weiterer Kenntnisse bis hin zur Konstruktion eines speziellen Elektromotors, hatte ich in Windeseile gelernt.
 

Organisch wie ein Baum

Ich war nicht nur weitaus schneller als meine Mitstudenten, mein Wissen war auch deutlich besser organisiert. Meine Kenntnisse waren nicht einzelne Brocken, die irgendwo in der Luft hingen, sondern wie die Äste und Blätter eines Baumes zu einem harmonischen Ganzen zusammengewachsen.
 

Wie finden wir Köderaufgaben?

Manche Köderaufgaben kann man kaufen, Bücher mit mathematische Olympiadeaufgaben etwa oder "Der fliegende Zirkus der Physik" von Jearl Walker. Andere sind naheliegend, z.B. einen Vortrag vorzubereiten.

Die besten Köderaufgaben sind solche, die wir uns selbst ausdenken, insbesondere solche, die im Grenzgebiet verschiedener Wissensgebiete liegen. Zur Suche eignen sich verschiedene Kreativitätsmethoden und der Einsatz von Mind Maps.

Lehrbücher bieten häufig interessante, meist aber abstrakte und vereinfachte Aufgaben an. Versuchen Sie, eine solche Aufgabe auf eine konkrete Anwendung zu übertragen und vielleicht zusätzliche Probleme einzubauen. Machen Sie aber die Aufgabe nicht komplizierter als die Lösung. Häufig sind es Aufgaben, die besonders einfach und elegant klingen und doch ungeahnte Probleme bergen. Berechnen Sie doch z.B., wenn Mathematik Sie interessiert, die Länge der Sinuskurve von 0 bis Pi.

Gehen Sie, wenn Ihr Naturell das erlaubt, möglichst nahe an die äußerste Schwierigkeitsstufe, die Sie sich gerade noch zutrauen.
 

Köder für Kinder

... desto größer die BeuteKöderaufgaben für Kinder finden sich nicht nur in Büchern. Auf technischen Gebieten sind Kinder und Jugendliche oft hoch motiviert und Köderaufgaben brauchen allenfalls der Kanalisierung vorhandener Neugier zu dienen. Der Spielwarenmarkt bietet eine Fülle von Experimentierkästen, die als Basis dienen können, und die oft schon ausreichend Motivation verursachen. Aber wie wäre es mit einer so simpel klingenden Aufgabe wie "Wie trennt man ein Gemisch aus Zucker und Salz?" ..

Auf weniger technischen Gebieten bedarf es oft der eigenen Phantasie, Köder für einen hohen Lernerfolg zu legen. Das kann das Erfinden eines Märchens sein, die Gestaltung der Kellerwände, der Entwurf einer Sperrholzburg oder die Planung eines möglichst artenreichen Gartenbiotops. Viele anregende Ideen finden Sie auch in den verschiedensten Museen. Auf manchen Gebieten ist es sogar schon ausgesprochen lehrreich, nach einer geeigneten Köderaufgabe zu suchen ...

Und vielleicht die wichtigste Köderaufgabe überhaupt: Sprechen Sie immer mal wieder beim Abendessen mit den Kindern über die Frage: "Was will ich einmal werden?"

In einem sind Kinder und Erwachsene gleich. Je besser der Köder für unseren Geist, desto größer die Beute.
 

Literatur:
 

 

Denkmethoden

Bruno Klumpp:

"So steuern Sie Ihr Gehirn zu besseren Leistungen"