Rundgang Denkmethoden (15)

 

 
 Indianersprachen

Sprache und Denken ...

 

Unsere Sprache prägt unser Denken. Dazu sollte man sich zunächst bewusst machen, dass unsere Art zu sprechen durchaus nicht die einzig mögliche ist. Es gibt Sprachen, die völlig anders aufgebaut sind. Ein Beispiel wäre etwa die Sprache der Hopi-Indianer, die keine Zustände, sondern nur Vorgänge kennt.

Doch selbst eng verwandte europäische Sprachen weisen kleine, interessante Unterschiede auf. Das ist interessant, weil wir Gedanken nach sprachlichen Assoziationen entwickeln. Ein simples Beispiel: Das deutsche Wort für Gabel erinnert an Gabelung, das spanische Wort für Gabel, tenedor, erinnern an tenere, halten, festhalten ...

 

 
 



chinesisches Schriftzeichen f?r FrauDie chinesische Schrift entstand durch eine über Jahrhunderte andauernde Abstraktion aus stilisierten Bildern. Besonders interessant ist, wie Begriffe gebildet werden. Abgebildet ist das Schriftzeichen für Frau. Kombiniert mit dem Schriftzeichen für "männlicher Nachkomme" entsteht der Begriff "gut". Eine Frau mit Besen ergibt "Ehefrau", zwei Frauen bedeuten "Streit", drei Frauen bedeuten angeblich "das Gerücht" ...

Die Art der Begriffsbildung und damit auch die Art des Denkens ist von unserer völlig verschieden. Klar, dass bei gleicher Ausgangslage in völlig verschiedenen Assoziationsbahnen gedacht wird und natürlich auch das Ergebnis anders ausfallen kann.

Das alles ist für das Verständnis unseres Denkens sehr interessant. Doch jetzt zurück zur Praxis:




 

  

Sprachen lernenBeim Erlernen einer Fremdsprache kann man Bilder mitbenutzen. Man füttert sozusagen beide Gehirnhälften gleichzeitig mit einem geeigneten Lernstoff. Das verschafft uns einen zweiten Anker für die Erinnerung und erhöht deutlich den Lernerfolg.

Die Bebilderung von Sprachlehrbüchern ist aber in der Regel ganz hervorragend bei Wörtern, die sich sowieso jeder merken kann. Je abstrakter die Begriffe werden und je notwendiger die Bilder, desto weniger Bilder finden wir vor...

 

Ein wichtiger Tipp also: Trainieren Sie zuerst, sich selbst Bilder zu machen und beim Lernen Wörter mit Bildern und Situationen zu verknüpfen.
 

Wie funktionieren Gedächtnistricks?