Rundgang Denkmethoden (18)



Schnelllesen

Schneller lesen ...

Die meisten Menschen sind sehr erstaunt über die Wirksamkeit von Schnelllesetraining. Der erste Gedanke ist doch: Wer schneller liest, überfliegt die Seiten nur und bekommt nichts mit. (Auch solche "Überflugtechniken" können übrigens mit großem Gewinn eingesetzt werden, siehe Schnelllesen.)

Das ganz normale Schnelllesen steigert die Geschwindigkeit auf das Doppelte bis Dreifache und hat, wie gesagt, erstaunlich positive Konsequenzen:

Wir behalten mehr von dem, was wir lesen (und nicht weniger). Und wir verstehen das Gelesene sogar besser als bei normalem Lesetempo!

Das hat teilweise technische Gründe, das Aufnehmen sinnvoller Wortgruppen etc. Ein wesentlicher Vorteil entsteht aber durch das Tempo selbst!
 
 


 

Der Wolf und die sieben GeißleinWir nutzen dabei nicht nur den Schwung der Gedankenanregung.

Das menschliche Kurzzeitgedächtnis kann etwa sieben Objekte oder Argumente gleichzeitig gegenwärtig halten. Unsere Kurzspeicherkapazität ist eine messbare Größe unseres Gehirns.

Diese Zahlen sind von Mensch zu Mensch verschieden und schwanken stärker als andere Merkmale wie etwa die Körpergröße. Aus sieben Gegenständen können auch fünf oder neun werden, je nach Person. Der böse Wolf aus dem Märchen hat übrigens auch nur sechs von sieben Geißlein gefressen, ohne es zu merken. Seine Kurzspeicherkapazität war unterdurchschnittlich.

Schneller zu lesen, zu denken, zu verarbeiten, heißt also, mehr Argumente und Gesichtspunkte gleichzeitig gegenwärtig zu haben, den Kurzspeicher des Gehirns optimal zu nutzen.



Urlaub
 

Absichtlich hohe Schnelligkeit zahlt sich auch aus, wenn man eine Situation analysiert. Wenn man beispielsweise versucht, Einflussfaktoren in einer Situation aufzuzählen, (z.B. nach welchen Kriterien wähle ich nächstes Jahr meinen Urlaubsort?), kann gezieltes Tempo im Stichwortverfahren sehr nützlich sein.

Hier ist es das Verhindern von geistigem Abschweifen, was den Hauptnutzen bringt. Im Beispiel Urlaub wandern die Gedanken in Träume ab. Bei geschäftlichen Situationen wird man leicht auf schwelende Konflikte gelenkt oder durch Ängste oder Habgier auf Nebensächlichkeiten hingezogen.

Beim Lesen merkt man oft, dass man eine Seite mit den Augen überflogen hat und dabei an etwas ganz anderes dachte. Beim Analysieren und Nachdenken passiert das auch. Nur merkt man es oft erst am Ergebnis...

 

Was tun, wenn man in Gedanken festgefahren ist?