
Eine träge Verdauung raubt nicht nur ein Stück Gesundheit. Sie raubt unsere Tatkraft und reduziert unsere geistige Leistungsfähigkeit. Nur auf den ersten Blick ist unsere Verdauung unserem Willen entzogen. Es gibt eine ganze Reihe einfach zu beeinflussender Faktoren für eine optimale Verdauung.
Der Wolf im Märchen ...
Kauen spielt in unserem Bewußtsein praktisch keine Rolle. Kinder nehmen kritiklos hin, daß der Wolf das Rotkäppchen unverletzt hinunterschluckt.
Oder haben Sie schon einmal gezählt, wie oft ein Schaf beim Wiederkäuen kaut? Sind es 15, 22 oder 36 Mal oder ist es unregelmäßig? Kaum ein Mensch hat heute noch die Zeit, so etwas zu beobachten.
Und wie ist es mit uns? Wie oft kauen Sie selbst, wenn Sie sich ein Stück Rinderfilet in den Mund führen? Wir wissen es nicht, denn wir kauen nicht bewußt.
Wir kauen in der Regel zu wenig, denn für das Genießen haben wir ja keine Zeit. Die Zerkleinerung unserer Speisen und die Durchmischung mit Speichel ist aber schon ein erster und sehr wichtiger Schritt unserer Verdauung.
Die Geschwindigkeit, mit der man isst, entscheidet nicht nur über den Genuss, sondern auch über die Verdauung. Man fährt doch nicht vierzig Kilometer zum Geschäftsessen im nobelsten Restaurant weit und breit, nur um als Erster fertig zu sein ...
Flüssigkeit
Trinken Sie genug! Ihre Verdauung ist darauf angewiesen.
Fett und Öl
Wer sich ausreichend bewegt, lebt mit einer fett- und eiweißreichen und kohlenhydratarmen Kost sehr gesund. So haben schließlich unsere Vorfahren zehntausende Jahre gelebt. Wer sitzend lebt, dem bereitet Fett Probleme.
Bereits relativ kleine Mengen Speiseöl bringen die Tätigkeit des Magens sofort und oft stundenlang zum Erliegen. Das bremst und beeinträchtigt natürlich die Verdauung. Andererseits läßt es der Nahrung, z.B. Hülsenfrüchten, genügend Zeit für Faul- und Gärprozesse. Erst in Verbindung mit dem Öl gilt dann "Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen."
Verzichten Sie nicht völlig auf Fett. Fett ist ein wichtiger Geschmacksträger und wird zur Aufnahme fettlöslicher Vitamine benötigt. Verwenden Sie aber für einen Salat nicht einen Teelöffel voll, sondern nur einen Tropfen.
Ballaststoffe
Unsere Verdauung ist für einen beträchtlichen Gehalt an Ballaststoffen ausgelegt. Diese finden sich in Obst, Gemüse oder Getreidemüsli ... Ballaststoffe haben eine Reinigungsfunktion: Harte Fasern reiben die Darmwände ab und vermindern dort z.B. die Entstehung von Darmkrebs.
Was ist normal?
Für den Rhythmus des Stuhlgangs gilt angeblich "Alles zwischen zwei Stunden und zwei Wochen ist normal". Das ist natürlich übertrieben, aber es zeigt, daß es zumindest schwierig ist, eine "Norm" oder ein "Optimum" festzulegen. Da unser natürlicher Verdauungsrhythmus aber zumindest an den Tageslauf angelehnt sein dürfte, kann man wohl annehmen, daß Abstände von mehr als einem Tag "eher unnatürlich" sein könnten.
Alkohol und Nikotin
Alkohol vergiftet den Körper und zerstört die Darmflora. Nikotin wirkt nicht nur über die allgemeine Vergiftung und Schädigung des Organismus, sondern auch über die Sinnesorgane. Rauchen reduziert den Geruchs- und Geschmackssinn, somit den gesamten Genuß des Essens und die über Nervenreize laufende Vorbereitung des Magens...
Ein Magenbitter oder ein Topinambur wirkt nicht nur durch den Alkohol, den er enthält, sondern durch Bitterstoffe, die der Wirkung von Öl und Fett entgegenwirken und uns helfen, das Fett leichter zu verdauen. Eine ähnliche Wirkung kann durch Essiggurken, Salat und Gewürze herbeigeführt werden.
Bewegung
Ein Verdauungsspaziergang hat in der Regel die gewünschte Wirkung. Sie entsteht aus der Wirkung der Schwerkraft, aus der allgemeinen Aktivierung, einer verstärkten Atmung und der Reizung der Reflexzonen der Fußsohlen.
Bei Menschen, die sich sehr wenig bewegen, kann bei einem zügigen Spaziergang oder gar beim Joggen noch eine Art Fluchtreaktion hinzukommen: Der Körper versucht, Gewicht loszuwerden, um der geforderten Anstrengung besser gerechtzuwerden. Nehmen Sie dies zum Zeichen, daß Sie sich deutlich mehr bewegen sollten.
Regelmäßigkeit
Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Regelmäßigkeit der Lebensumstände. Unser Zeitgefühl ist an Vorgänge der Verdauung gekoppelt. Umgekehrt ist es einer optimalen Verdauung sehr zuträglich, wenn man täglich zur selben Zeit aufsteht, seine Mahlzeiten einnimmt und schlafengeht.
Die Verdauungsprobleme, die häufig bei Reisen auftreten, entstehen nicht nur durch ungewohntes Essen, langes Sitzen im Auto und reduzierte Flüssigkeitsaufnahme auf der Fahrt, sondern eben auch durch die Störung des gewohnten Rhythmus. Siehe auch Biorhythmus.
Willentliche Verdauung!
Die Verdauung kann willentlich beeinflußt werden. Neben den aufgezählten Möglichkeiten zur Verbesserung der Randbedingungen geht das auch auf direktem Wege durch Atemübungen. Durch geeigente Übungen wird das Sonnengeflecht und die Verdauungsorgane bewegt und gereizt. Die Verdauung kann gezielt in Gang gesetzt werden. Näheres unter Atemübungen.
Intensiv-Arbeit
Stress kann auf den Magen schlagen. Wohldosierter Stress kann allerdings auch eine optimierte Verdauung fördern. Es gibt zum Beispiel Beobachtungen, daß geistige Hochleistungsphänomene wie "Superprogramming" neben vielen anderen positiven Faktoren auch eine optimierende Wirkung auf die Verdauung haben.