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15-Tage Methodentraining Strategie - Kursteil 14/15

  

15-Tage Methodentraining Strategie - Kursteil 14/15

Diese Ausführungen sind Teil eines Trainings in persönlicher Strategie.

Anpacken!

Die beste Strategie nutzt nur etwas, wenn wir sie umsetzen. Wenn den Gedanken Taten folgen. Wenn wir anpacken.

Gerade strategische Gedanken werfen hier große Probleme auf. Viel Neues auf einmal. Und viel Unbekanntes Terrain. Nur ein geborener Draufgänger wird wirklich ohne Hemmschwellen anpacken können. Fast jeder andere tut sich zunächst einmal schwer, Neues anzupacken. Kaum etwas gibt es, zu dem wir nicht dutzendweise begründete Bedenken anmelden könnten.

John F. Kennedy

Einen Vorsprung im Leben hat,
wer da anpackt,
wo die anderen erst einmal reden.


John F. Kennedy

 

Aufschieberitis

Mit dem Thema Aufschieberitis im engeren Sinne brauchen Sie sich hier nur zu beschäftigen, wenn es Sie oder Menschen in Ihrem Team oder Ihrer Umgebung auch betrifft. Deshalb hier einfach nur der Hinweis auf zwei gute Bücher: Für harte Aufschieber und mit dem nötigen psychologischen Tiefgang das Buch "Schluss mit dem ewigen Aufschieben" von Hans Werner Rückert (auch als Hörbuch auf CD verfügbar). Für die leichteren Fälle "Eat that frog" von Brian Tracy.
 

Aufschieberitis durch Unternehmen

Aufschieberitis gibt es übrigens auch bezogen auf Unternehmen. Wenn die Entscheidungswege zu lang sind, das Durchsetzen neuer Ideen zu schwierig, dann versucht es keiner mehr. Läuft es noch dazu gerade nicht optimal und alle sind mit der Absicherung ihrer Posten beschäftigt, dann werden umso mehr wichtige Sanierungsmaßnahmen ebenso wie wichtige Zukunftsprojekte unnötig und unsinnig lange hinausgeschoben.

Verlieren Sie nie den Unterschied
zwischen sorgfältiger Planung und Aufschieberitis
aus den Augen!

BauplanungDer Zwang, kurzfristig hohe Gewinne auszuweisen, wirkt oft in beide Richtungen: Bremsend, weil nur Projekte realisiert werden, die schnellen Gewinn versprechen. Beschleunigend, weil eben nur schnelles Handeln schnellen Gewinn verspricht.

Bremsend wirkt auch die Größe eines Unternehmens. Es fällt schwer, die Vielfalt der Interessen und Kräfte auf die gemeinsame Mühle zu lenken und zu bündeln. Nicht umsonst als "Bestes Wirtschaftsbuch Deutschlands" ausgezeichnet wurde daher das Buch "Strategisches Management - Wie strategische Initiativen zum Wandel führen". In diesem ausgezeichneten Werk wird dargestellt, wie große Unternehmen systematisch strategische Veränderungsprojekte voranbringen.

Verwenden Sie ein Zehntel Ihrer Zeit für die Planung und neun Zehntel für die Durchführung!
 

Der Sprung in den Graben

Entschlossen handeln oder Bedenken abwägend aufschieben? Auch hier liegt eine wichtige strategische Frage.

Sie kennen die Geschichte: Zwei Knaben wollen einen Graben überspringen. Der erste überlegt nicht lang und springt mit kurzem Anlauf einfach drüber weg. Der andere will ganz sichergehen, misst seinen Anlauf genaustens aus, wählt sorgsam die Stelle, überlegt genau, wie er springen will und springt zu kurz.

Das ist ein äußerst wichtiger Punkt der Strategie. Wie genau muss ich den vorausplanen? Denn eines ist sicher: Von denen, die einfach nur planlos losgesprungen sind, sind auch schon viele im Dreck gelandet.

Wie also verhält man sich? Muss jedes Detail vorausgeplant sein? Oder kann ich auf einen Plan ganz verzichten? Oder wo dazwischen liegt der optimale Kompromiss?

Die Lösung ist simpel. Aber sie ist wichtig:

Teilen Sie Ihr Projekt immer weiter auf, bis Sie von jedem Teilprojekt sicher sind, dass Sie es zum gegebenen Zeitpunkt werden durchführen können. Genau so weit wird in die Details aufgeteilt. Nicht mehr und nicht weniger.
 

Die psychologische Seite

Die genannte Aufteilung in immer kleinere Teilprojekte bis zur völligen Überschaubarkeit ergibt eine Übersicht über den Aufwand an Geld und Zeit und einen klaren Plan, wie konkret vorzugehen ist. Das ist aber nur die vordergründige Seite. In der Regel viel wichtiger ist die psychologische Seite der Planung.

Teilen wir nicht weit genug auf, dann verbleiben in unserer Vorstellung "weiße Flecken", Stellen, die wir nicht konkret überblicken, die uns Unbehagen bereiten und unsicher machen. Und wir wissen noch nicht einmal genau, was es eigentlich ist, was uns da zögern lässt. Unser Unterbewußtsein bremst uns aus. Die Folge ist: Aufschieben oder zumindest "Fahren mit angezogener Handbremse". Mindestens so weit sollten wir also immer planen, dass die "weißen Flecken" klein genug sind, uns kein Kopfzerbrechen mehr zu machen.

LeiterZu frühe Detailplanung überfrachtet die Anfangsphase eines Projekts mit Problemen. Man verschwendet Gedanken an Details, die erst in einem halben Jahr zu lösen sind. Perfektionismus wird zu einer Form des Aufschiebens. Denn solange man plant, muss man nicht handeln. Gleichzeitig geht der Blick für den Wald vor lauter Bäumen verloren.

Man vergleicht manchmal den Berg von Problemen in einem Projekt mit einem richtigen Berg. Dann besteht die Kunst, ein Projekt anzugehen, darin, Stufen in den Fels zu hauen: Aus der unüberwindlichen Felswand wird eine Treppe durch einen Stufenplan. Sinnvoll sind Stufen, die dem Menschen angemessen sind und nicht den Ameisen. Eine gute Leiter zeichnet sich nicht durch besonders kurze Sprossenabstände aus, sondern durch solide Sprossen. Aber ein Stufenplan muss eben auch sein. "Rapunzel lass dein Haar herunter" ist kein Ersatz.

Rapunzel lass dein Haar herunterNoch einen weiteren, gegensätzlichen Punkt sollten wir uns ins Bewusstsein rufen. Überraschungen gibt es immer dann, wenn man sie nicht erwartet. Aber es gibt sie in jedem Projekt. Zu detailliert zu planen, ist bei vielen Projekten deshalb einfach Zeitverschwendung. Noch dazu begegnet uns auch hier eine unangenehme psychologische Folge: Wenn bereits ein Plan gemacht war, ist der Plan durch die Überraschung durchkreuzt. Und schon schleicht sich wieder Unsicherheit in unsere Herzen. Welche Überraschungen werden noch folgen? Welche Pläne werden noch durchkreuzt? Sind die Details noch garnicht geplant, macht uns die aktuelle Entwicklung vielleicht garnichts aus. Reaktionsschnelle Anpassung ist die weitaus bessere Alternative.

Somit ist auch klar: Die Aufteilung ist nicht für jeden Menschen dieselbe. Wer Mut, Selbstvertrauen und Entschlossenheit zeigt, braucht tatsächlich weniger zu planen, ohne sein Projekt dadurch zu gefährden.
 

Das Ergebnis

Man sieht es dem Ergebnis oft genug an, ob lange geplant, viele Bedenken gewälzt, viele Sonderwünsche berücksichtigt wurden. Das Ziel ist erreicht - und spottet jeder Beschreibung. Wird ein Projekt dagegen mit der richtigen Mischung aus planerischer Sorgfalt und der nötigen Kühnheit begonnen, dann ist des Ergebnis einfacher und klarer. Für viele Extrawürste war einfach keine Zeit. Und, was viele Menschen verblüfft: Keiner vermisst sie.

AufgabeAufgabe: Überlegen Sie, ob Sie eher zu sehr zupackend oder eher zu sehr nachdenklich sind. Fertigen Sie dazu eine Liste an von 10 Gelegenheiten in Ihrem Leben, bei denen Sie durch Aufschieben, durch Mutlosigkeit, durch Zaudern eine wertvolle Gelegenheit verpasst haben! Ergänzen Sie 10 Gelegenheiten, bei denen Sie durch vorschnelles oder unzureichend bedachtes Handeln Schaden genommen haben. Vergleichen Sie.
 

Das Verhältnis aus Planung und Ausführung

Weiter oben stand die Aufforderung, nur 10 Prozent der Zeit für das Planen zu verwenden. Noch Anfang der 90er Jahre hätte man dagegengehalten, dass doch die Japaner ewig lange planten und dann schnell und entschlossen handeln. Die ununterbrochene Reihe japanischer Wirtschaftskrisen hat diesen Gedanken etwas verdrängt. Aber vermutlich lag ohnehin der Schwerpunkt des Rezepts auf dem zweiten Teil, auf dem schnellen und entschlossenen Handeln.

Verwechseln Sie auch nicht Aufschieben einerseits und Planen als Teil der Ausführung. Das Leben ist auch an dieser Stelle komplizierter als die wohlfeile Theorie. Es gibt zum Beispiel Problemstellungen in der EDV, die tagelange Vorbereitung, Überlegungen und Schnittstellenprüfungen erfordern und am Ende nur ein paar Minuten Programmcodierung und Test. Würde man nur letzteres als "Anpacken" bezeichnen, hätte man weit gefehlt. Auch jemandem, der erst einen Bauplan zeichnet, bevor er den Bagger bestellt, wird man keine Aufschieberitis vorwerfen können.

"Anpacken" ist alles, was uns unseren Zielen näherbringt.
 

schneller StufenplanEin schneller Stufenplan?

Es gibt aber doch, vor allem bei sehr kleinen Vorhaben, einen Punkt der strategisch wie arbeitsmethodisch sehr wichtig ist: Wenn die Ausführung Ihres Vorhabens nur drei Stunden in Anspruch nimmt, haben Sie nach der genannten Faustregel 18 Minuten für die Auswahl von Alternativen, Überlegungen zu Delegieren, Resourcen, Vorgehensweise, Entscheidung und für Ihren Plan. Je nach Naturell überlegen manche Menschen nur Sekundenbruchteile, andere stundenlang, manche im Kopf, manche mit Papier und Bleistift, andere erst mal mit einer Powerpoint-Show zur Vorab-Information des Chefs...

Üben Sie deshalb das blitzschnelle, aber schriftliche Erstellen eines Stufenplans. Blitzschnell heißt, dass Sie schon in ein, zwei Minuten einen Plan skizziert haben. Hohe Denkgeschwindigkeit ist übrigens eine Denkmethode, die oft das Denkergebnis verbessert.

Meist ist es besser, zunächst in Form einer mind map erste Gedanken auf das Papier zu bringen. Aber auch das Erstellen einer gegliederten Aufstellung (wie Sie sie elektronisch mit meineZIELE erstellen) kann innerhalb weniger Minuten einen vernünftigen Plan ergeben. Wenn nicht unmittelbar klar ist, welche Alternativen zu wählen sind, oder an wen Sie was delegieren wollen etc., kommen Überlegungen hinzu, die Sie einfach nur als unsystematische Notizen zu Papier bringen.

Stufenpläne, selbst mit nur wenigen Details, vermindern die psychologische Hemmschwelle, sofort zuzupacken. Nicht jeder braucht sie. Aber jeder sollte das einmal für zwei, drei Wochen ausprobieren.

AufgabeAufgabe: Wählen Sie in den nächsten Tagen einige kleinere Projekte, und sei es etwas Alltägliches wie ein paar Schuhe einzukaufen, und machen Sie dafür mit einer Zeitvorgabe von drei Minuten einen möglichst guten schriftlichen Plan. Versuchen Sie Projekte verschiedener Komplexität und Größe.
 

Kein Grund zum Aufschieben ...

Mut und Entschlossenheit sind Voraussetzung jedes Erfolgs. Alexander der Große wird nicht im Liegestuhl abgebildet, sondern auf dem Schlachtross. Napoleon, Columbus oder die Gebrüder Wright haben es gezeigt: Strategie darf nicht reine Theorie bleiben. Die Macht liegt in der Tat. Und wenn es Ihnen schon einmal in einem entscheidenden Augenblick Ihres Lebens an der nötigen Entschlossenheit gefehlt hat, dann sollten Sie zusehen, dass das nicht mehr vorkommt.

Das also als Mahnung für alle jene, die Ihre Projekte vor sich herschieben: Sie werden niemals alle Bedenken ausgeräumt, niemals alle Risiken abgesichert und niemals alle Details geregelt haben, bevor Sie zur Tat schreiten. Planen Sie genau das, was unbedingt geplant werden muss. Dann packen Sie an. Es ist ganz sicher, dass es irgenwo klemmt, egal wie intensiv Sie geplant haben. Dort bessern Sie nach. So einfach ist das.
 

Der Mut der anderen ...

Es genügt nicht, selbst den Mut zur Tat zu haben. Man muss auch andere mitziehen. Um noch einmal Alexander den Großen zu nennen: Er war im wildesten Schlachtgetümmel ganz vorne mit dabei und hat seine Soldaten zweifellos durch Begeisterung mitgerissen.

Die Fähigkeit zur Begeisterung ist in unserem Wirtschaftsleben gefragt. Ganz vorne steht dabei, strategische Gedanken erst einmal zu vermitteln. Und das wollen wir uns im nächsten Schritt ansehen.
 

Durchgehende Aufgabe

Lesen und bearbeiten Sie "Das neue 1x1 der Erfolgsstrategie" etwa 10 Seiten pro Tag.
 

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