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Strategieprinzipien


Strategieprinzipien (5/7)

Wenn Konzentration gut ist, worauf sollen wir uns dann konzentrieren? Die Konzentration der Kräfte auf den wirkungsvollsten Ansatzpunkt ist eine einleuchtende Strategie. Doch wo finden wir den wirkungsvollsten Ansatzpunkt? KanoneDenken Sie nach über Engpässe, Minimumfaktoren oder Kernprobleme. Aber es gibt noch mehr Strategieprinzipien, über die sich ein paar Gedanken lohnen:

Ein Engpass verleiht Macht

Warum wohl hat Gibraltar Kanonen auf seinen Briefmarken? Am Engpass sitzt die Macht. Darum auch der erbitterte Kampf um die Stadt Troja, die Beherrscherin der Dardanellen.

Justus von LiebigDas Liebigsche Wachstungsgesetz

 Das Liebigsche Wachstumsgesetz sagt: "Das Wachstum einer Pflanze orientiert sich an dem Nährstoff, den sie am wenigsten besitzt." Viele Landwirte düngen heute nach Bodenproben. Wenn ein Nährstoff, beispielsweise Phosphor, ausgeht, dann nützen zusätzliche Gaben von Stickstoff nichts.

Justus von Liebig hat aber etwas viel Grundsätzlicheres herausgefunden. Wachstums-, Entwicklungs- und Veränderungsprozesse unterliegen mit großer Sicherheit generell seinem Wachstumsgesetz. Für eine Konzentrationsstrategie hat das natürlich massive Konsequenzen.

Wechselnde Engpässe

Auch im Wirtschaftsleben nützt z.B. die Konzentration auf immer neues Design herzlich wenig, wenn der entscheidende Faktor am Markt allein die Lieferzeit ist. Immer wieder neue Engpässe wie Fachkräftemangel, Rohstoffe, Energie, Kapital bestimmen reihum den Fortschritt eines Unternehmens, einer Region oder einer ganzen Volkswirtschaft. Erst wenn die Engpässe wirklich akut werden, dringen Sie in unser Bewusstsein.

Offensichtliche Engpässe erfahren natürlich hohe Aufmerksamkeit. Auch verkrustete Unternehmen und Verwaltungen sind in der Lage, sich erstaunlich schnell einem Engpass zuzuwenden. Dagegen hapert es oft am "Sich wieder abwenden". Wir beobachten, dass an längst vergangenen Engpässen immer noch weiterverbessert wird, während doch längst ganz andere Faktoren deren Rolle übernommen haben.

Strategische Überlegungen müssen daher an drei Punkten angesetzt werden:

  • Die weniger offensichtlichen Engpässe schneller entdecken
  • Sich von beseitigten Engpässen schneller abwenden
  • Offensichtliche, aber erst in der Entstehung befindliche Engpässe frühzeitig anpacken

Wir haben zwei Optionen

Engpässe kann man beseitigen. Man kann sie aber auch nutzen. Ja, es kann sehr nützlich sein, Engpässe erst herzustellen.

Engpassorientiert Düngen!Der Engpass ist keine Macht. Aber am Engpass sitzt die Macht. Macht hat derjenige, der über den Engpass entscheidet, der den Durchgang reguliert. Der Landwirt, der gezielt fehlende Mineralien düngt, hat den größeren Ernteerfolg mit weniger Aufwand.

Der Siegeszug des Transistors beruht auf der Möglichkeit, auf elektronischem Wege mit wenig Aufwand einen Engpass zu öffnen oder zu schließen. Eine Sanduhr schließlich macht es überdeutlich: Der Engpass beherrscht die Zeit.

Egal, ob Sie Opfer oder Nutzer eines Engpasses sind, für Ihre Strategie ist er entscheidend wichtig.

Strategieprinzip Engpässe

Das also wäre ein Ansatzpunkt: Konzentration auf Engpässe. Engpässe sind sehr oft wirkungsvollster Ansatzpunkt. Siehe auch Beispiel "Engpass der Gesundheit".

Bitte beachten Sie auch unser 10-Tage-Training Strategie !

Kernprobleme

Im Preußen der Jahrhundertwende war der arme Schuster Voigt in aussichtsloser Lage. Ohne Pass keine Arbeit. Ohne Arbeit kein Pass. Er erkannte sein Kernproblem: Die fehlende Macht.

Die Macht lieh er sich in Form einer alten Hauptmannsuniform. Er kommandierte auf der Straße Soldaten ab, besetzte das Köpenicker Rathaus und beschlagnahmte die Stadtkasse. Obwohl kurz darauf verhaftet, erntete er doch die Früchte seiner Berühmtheit und verbrachte viele glücklichere Jahre in Wohlstand. Als Hauptmann von Köpenick wurde er weltberühmt. Die Lösung seines Kernproblems hatte nahezu alle seine Probleme gleichzeitig gelöst.

Kernprobleme gibt es in jeder Situation. Das sind Probleme, deren Lösung andere Probleme mitlöst. KettengliederDer gezielte Versuch, mehrere Probleme gleichzeitig abzuräumen, die Suche nach Kernproblemen wäre also ein lohnender Ansatzpunkt für Konzentration.

Kettenglieder

Eine Kette reißt immer an ihrem schwächsten Glied. Nur dort lässt sie sich verstärken. Es nützt nichts, seine Haustür immer besser zu verrammeln, wenn man gleichzeitig ein Kellerfenster offenstehen lässt. Der Dieb geht wie der elektrische Strom den Weg des geringsten Widerstands. Und Vorsicht: Auch Ihre Konkurrenten und Feinde konzentrieren sich vielleicht auf den wirkungsvollsten Punkt! Eine Kette reißt immer am schwächsten Glied... Darauf müssen wir uns konzentrieren.

Strategie im Alltag

Es gibt eine Menge arbeitsmethodische Strategieprinzipien: Das Eisenhower-Prinzip zur Unterscheidung nach Wichtigkeit und Eile. Das Pareto-Prinzip, anwendbar als ABC-Liste... Eines haben alle diese Prinzipien gemeinsam. Sie sind sehr nützlich und werden doch zu selten eingesetzt.

Nehmen Sie als 5. Prinzip: Eine sls sinnvoll erkannte Strategie auf tägliche Arbeit übertragen.
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Strategieprinzip "Durchhalten"

Bemühen wir nochmals die römische Geschichte: Appius Claudius, Erbauer der Via Appia und Urtyp des Römers, entschied einen Krieg auf der Rednertribüne des Senats: Der Grieche Pyrrhus war angetreten, ein zweites Alexanderreich im Westen zu erschaffen. Doch mit dem eisernen Willen und der nie gekannten Disziplin Roms hatte er nicht gerechnet. Nach seinem Sieg soll er gesagt haben: "Noch ein Sieg wie dieser, und ich bin verloren!".

Seine Abgesandten rangen beim römischen Senat um einen Kompromiss. Doch als sich die Stimmung bereits den Griechen zuwandte, erschien, gestützt auf zwei Knaben, der greise Appius Claudius. Man machte ihm sofort die Rednerbühne frei. Seine wenigen Worte sollten in die Geschichte eingehen: "Rom verhandelt nicht, solange der Feind auf italischem Boden steht!". Rom verhandelte nicht. Pyrrhus wurde mit großem Blutzoll in die Knie gezwungen. Rom wurde Weltmacht. Ein typisch römisches Strategieprinzip: Eine Aufgabe, die man begonnen hat, auch zu Ende führen.

Zwei Risiken

Das Strategieprinzip "Durchhalten" wird oft genug verwechselt mit Rücksichtslosigkeit. Der Krieg gegen Pyrrhus hat die Römer ein Drittel (!) ihrer Bevölkerung gekostet. So dumm wären wir nicht. Oder? Rechnen wir einmal zusammen, wieviele Menschen in den letzten 50 Jahren abgetrieben wurden, oft genug aus materiellen Gründen. Rechnen wir hinzu die vielen alten Menschen, die in Altersheim abgeschoben werden, die unter die Räder kommen, weil anderen Geld und Lebensgenuss über alles geht.

Bei einer Sachaufgabe mag "Durchhalten" gut sein. Hemingways "The old man and the sea" zeigt zum Beispiel einen eindrucksvollen Triumph des Niemals Aufgebens. Im Zweikampf handelt es sich dagegen vielleicht um die trügerischste Strategie überhaupt. Oft genug haben beide Kontrahenten nur diese Strategie: Durchhalten um jeden Preis. Eine Strategie, die viel Leid über die Menschen gebracht hat.

Bei genauem Hinsehen wird "Durchhalten" auch bei Sachaufgaben immer zwielichtiger. In viele aussichtslose Projekte wird noch lange Geld und Zeit investiert, nur weil niemand den Mut aufbringt, die Notbremse zu ziehen.

Die Konsequenz: Definieren Sie von vorneherein, unter welchen Bedingungen ein Projekt fallenzulassen ist. Auch wenn Clausewitz und Sun Tsu uns predigen, der unbedingte Siegeswille gehöre zur Strategie: Setzen Sie einen definierten Endpunkt wie eine "Stop-Loss-Order" bei einer Börsenspekulation!

Geradlinigkeit u nd Einfachheit

Auf einer Landkarte meiner Heimat erkennt man auf den ersten Blick den Verlauf einer ehemaligen Römerstraße. Es ist die einzige gerade Straße. Dieses Prinzip der Geradlinigkeit, nicht nur im Straßenbau, sondern auch in Verwaltung und Recht trug entscheidend zur tausendjährigen Dauer Roms bei. Einfachheit ist etwas sehr Wirkungsvolles.

Als Alexander der Große aufbrach, Indien zu erobern, bemerkte er zu seinem Entsetzen, dass sein Heer sich in nichts mehr unterschied vom geschlagenen Heer der Perser. Es war träge und langsam geworden und schleppte einen ungeheuren Tross und unnötige Schätze mit sich fort. Alexander tat etwas, was manche Verwaltung heute bitter nötig hätte: Er ließ wenige Meilen außerhalb der Stadttore anhalten und Brandfackeln in den Tross werfen. Wer schnell sein will, braucht Einfachheit und Klarheit. Einen demokratischen Feuerwehreinsatz gibt es nicht. Unterschätzen Sie also nicht dieses 7. Prinzip: Einfachheit

Stärken vor Schwächen?

FlugsaurierDie Evolution orientiert sich an neuen Stärken. So entstanden aus Flugsauriern die Vögel. Manche Tiere überlebten aufgrund einzelner besonderer Stärken, wie z.B. der Hase wegen seiner Schnelligkeit.

 Andere, Dinosaurier etwa, gingen an einer einzelnen Schwäche zugrunde: Zuviel Panzer, zuwenig Hirn. Das Wachstum orientiert sich am Minimumfaktor.

Der Mensch müsste sich also beständig seinen Schwächen widmen. Und doch raten Arbeitsmethodiker, stets dem Ausbau der Stärken den Vorzug zu geben. Der Unterschied zum oben genannten Beispiel der Pflanzendüngung ist: Der Mensch kann kompensieren - eine Pflanze nicht.

Es gilt jedoch nicht immer "Stärken vor Schwächen".

Teile und Herrsche!

Ein römisches Strategieprinzip war "Divide et impera", teile und herrsche. Dieses Prinzip kann man auf zweierlei Weise deuten: Entzweie deine Gegner, so wie England stets bedacht war, den Rest Europas gegeneinander auszuspielen.

Das Prinzip kann aber auch heißen: Zerlege eine Aufgabe in so kleine Teile, dass du einen Teil nach dem anderen erledigen kannst. Es gibt den historisch verbürgten Fall, dass ein Einzelner durch dieses Prinzip einen Krieg gewann (siehe Strategietraining).

Es gibt weitere Strategieprinzipien, viele weitere sogar. Diese Auswahl ist willkürlich. Ihr Wert verwirklicht sich nur, wenn Sie sich Zeit nehmen, darüber nachzudenken und sie in Ihrem Bewusstsein zu verankern.

Eine Sonderstellung nimmt hierbei ein Begriff ein, der überaus wichtig ist und den viele als Allheilmittel betrachten. Lesen Sie daher weiter über

Teil 6: Innovation als Strategie