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Spieltheorie

Spieltheorie

Strategisches Denken betrachtet häufig Gegner oder Märkte als passiv. Schwierig wird es, wenn auch Ihr Wettbewerber oder Gegner strategisch denkt. Dann werden die Probleme nicht weniger bedeutsam, aber deutlich komplizierter. Wir betreten eine wissenschaftliche Disziplin, die sich Spieltheorie nennt.Schachspiel

Strategie mit Gegner

Ein Markt, um den wir kämpfen, denkt und handelt nicht strategisch. Zielgruppen "wehren sich nicht". Und schon dort ist es schwierig genug, strategisch richtig zu entscheiden.

In vielen Fällen ist die Situation aber ganz anders. Wir stehen im Wettbewerb, in Verhandlung oder im Zweikampf mit einem Gegenüber, das ebenfalls aktiv strategisch nachdenkt. Unser Gegner weiß aber wiederum auch, dass wir selbst strategisch denken. Und wir wissen wiederum, dass er das weiß....

Dadurch werden strategische Gedanken ausgesprochen kompliziert. Simple Denkfehler führen aber zu dramatisch schlechteren Entscheidungen. Und oft genug merken wir gar nicht, dass eine wesentlich bessere Option bestanden hätte.

Derartige Situationen untersucht eine wissenschaftliche Disziplin, die man Spieltheorie nennt. Jeder, der Entscheidungen fällt, sollte ihre Grundzüge kennen. Strategisches Denken angesichts eines Kontrahenten, der selbst denkt, ist oft auch einfache, nicht wissenschaftliche List, Taktik, Gegenlist, Strategem, also Entscheidungen, die gezielt bewußte Täuschung oder die Ausnutzung menschlicher Schwächen mit einbezieht. Das ist nicht Gegenstand der Spieltheorie. Näheres dazu in dem ausgezeichneten Werk "Strategeme (Harro von Senger)".

Schach

Womit befasst sich die Spieltheorie?

Die Spieltheorie zählt zum Operations Research und ist ein Teilgebiet der Entscheidungstheorie. Sie befasst sich, häufig modelliert an Spielen wie Schach, mit Entscheidungen

  • unter Gewissheit
  • unter Risiko
  • unter Ungewissheit

Es gibt Situationen mit "gleichzeitigen Zügen" oder "abwechselnden Zügen". Beispiele: Wenn zwei konkurrierende Zeitschriften über ihre Titelgeschichte entscheiden und erst von der Entscheidung des Gegners erfahren, wenn es zu spät ist, die eigene Entscheidung noch zu ändern, handelt es sich um "gleichzeitige Züge". Wenn zwei Verhandlungspartner um eine Lösung feilschen, machen sie abwechseln Angebote ...

Die Mittel der Spieltheorie sind Entscheidungsmatrizen und Entscheidungsbäume, die die Folgen verschiedener Entscheidungen aufzeigen.

Dominante Strategie

Häufig ist es so, dass von mehreren Entscheidungen eine die absolut beste ist. Wenn wir mit Strategie A zwischen 500 und 1.000 Euro verdienen und mit Strategie B zwischen 1.000 und 1.300 Euro dann ist Strategie B eine sogenannte dominante Strategie. Häufig erkennen wir solche dominanten Strategien aber nicht. Das liegt im Wesentlichen an 3 Gründen:
Spieltheorie: Glücksspiele

  • Die Situation ist so kompliziert, dass wir sie nicht durchschauen
  • Wir kennen die einfachsten Regeln der Spieltheorie nicht
  • Wir scheitern an der Unvollkommenheit unserer Denkgewohnheiten


Beispiel: Bei dem berühmten Ziegenproblem liegt eine ganz klar dominante Strategie vor. Aber es fällt uns extrem schwer, das einzusehen. Das Teilgebiet der Spieltheorie, das sich mit Glücksspielen und Zufällen befasst, sollte man nicht gering achten.

Praktische Anwendungen

Es ist klar, dass Spieltheorie von großer Bedeutung ist für internationale Verhandlungen, Abrüstungskonferenzen usw. Aber für unseren Alltag?

Es gibt viele Situationen, in denen wir entscheiden müssen, ob wir zuerst ein Angebot machen oder ein gegnerisches Angebot abwarten. Wir müssen entscheiden, ob wir maximales Risiko eingehen oder vorsichtig taktieren. Wir müssen entscheiden, ob wir uns an Abmachungen halten oder nicht. Oder entscheiden, wie wir verhindern, dass Vertragspartner Abmachungen nicht einhalten. Wie wählt man optimal? Wie verhandelt man optimal? Wie organisiert man ein Joint Venture? Wie verhält man sich beim "Gefangenen-Dilemma"?

Man bekommt im Leben für alles eine Lehre. Besonders für falsche strategische Entscheidungen. Befassen Sie sich mit Spieltheorie! Es lohnt sich.

Weitere Buchempfehlung:

Für mathematisch Interessierte sei das Buch von Werner Zimmermann "Operations Research" erwähnt. Siehe auch Operations Research.