Künstliche Vitamine zuführen?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sagt, unsere Vitaminzufuhr reiche aus. Ausreichend sei nicht genug, sagen Fitness-Experten wie Michael Spitzbart. Was ist richtig?
Fettlöslich oder wasserlöslich?
Zu den Vitaminen zählen zwei Gruppen von Stoffen: Die einen sind wasserlöslich, z.B. Vitamin C, und werden vom Menschen nicht gespeichert. Die anderen sind fettlöslich, etwa Vitamin A. Diese Gruppe wird im Fettgewebe gespeichert.
Überdosierung von wasserlöslichen Vitaminen führt allenfalls zu vitaminreichem Urin, im Normalfall aber nicht zu Vergiftungen (Nach dem Motto: Zwei Ärzte - Drei Meinungen, ist auch das umstritten). Die Überdosierung von fettlöslichen Vitaminen kann aber Vergiftungen oder andere unerwünschte Nebeneffekte auslösen (Beispiel: Hohe Dosen von Vitamin A z. B. zur H autbräunung können Ablagerungen von Carotinen in den Augen bilden.)
Hoch dosieren?
Generell ist eine hohe Verfügbarkeit von Vitaminen wünschenswert. Leichte Überschüsse sind kein Problem, sondern eher erwünscht.
Hohe Dosen von Vitaminen, insbesondere Vitamin C und Vitamin E, werden häufig als Geheimtip für besondere Fitness und hohes Lebensalter empfohlen. Diese Empfehlung ist aber nach wie vor umstritten.
Risiko Bildschirmarbeit
Die Arbeit am Bildschirm kann den Bedarf an Vitamin A erhöhen. Bitte beachten Sie, daß Vitamin A nur in tierischer Nahrung vorkommt. Die körpereigene Bildung von Vitamin A aus pflanzlichen Carotinen benötigt UV-Licht der Sonne. Daher kann es bei Vegetariern im Winter zu Unterversorgung kommen. Wer Fleisch ißt, hat praktisch immer genug Vitamin A.
Risiko Schlankheit
Nicht Schlankheit ist das Risiko, sondern die Ernährung, mit der viele Menschen dorthin zu gelangen hoffen. Wer fettarm lebt und Speiseölen aus dem Weg geht, der riskiert tatsächlich eine Unterversorgung mit Vitamin E. Vielleicht nicht gemessen am absoluten Minimum. Aber, wie schon erwähnt, "ausreichend ist nicht genug". Das könnte gerade für Vitamin E in besonderer Weise gelten.
Welche Mineralstoffe sind Mangelware?
Jede Apotheke, jede Drogerie und jeder Supermarkt führt ein umfangreiches Sortiment nicht nur an Vitaminen,
sondern auch an Mineralstoffen. Manche davon sind ausreichend in der Nahrung enthalten. Andere sind ständig knapp. Zu den Problemfällen zählen
- Jod (in den meeresfernen Gebieten), gut ergänzbar durch Verwendung von Jodsalz
- Selen
- Magnesium, wegen des hohen Bedarfs
- Eisen, wegen Monatsblutung der Frauen und Verlusten durch Kaffee
Woher Mineralstoffe beziehen?
Eine gelegentliche Mineralstofftablette wird kaum Schaden, ist aber bei abwechslungsreicher Ernährung nicht zwingend.
Viel wichtiger ist, daß Sie viel Mineralwasser zu sich nehmen. Mineralwässer sind aber sehr verschieden, auch wenn sie alle gleich aussehen. Manche schwemmen mehr Minerale aus dem Körper als sie uns bringen. Manche entschlacken. Manche sind kaum mehr als Gipswasser. Wechseln Sie daher immer wieder ab.
Selbstverständlich gilt dieser Rat auch für Bier und Wein und alle anderen Getränke. Das Brauwasser, das vielen Bieren einen eigenen Charakter verleiht, bestimmt auch die mitgeführen Minerale mit. Der Boden, dessen Beschaffenheit ein Kenner am Geschmack des Weines erkennt, bestimmt, welche Minerale der Wein uns zuführt.
Viele seltene Stoffe sind in Fisch enthalten. Auch Gewürze und Salz tragen viel zu unserer Mineralversorgung bei. Salz zählt übrigens zu den, chemisch gesehen, unreinsten Stoffen im Haushalt, enthält daher auch viele Spurenminerale. Haushaltszucker ist das glatte Gegenteil. Es ist das chemisch reinste Produkt im Haushalt und in unserer Nahrung, nichts als Brennstoff.
- Fazit: Abwechslung!
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