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Starthemmung überwinden

 
Miguel de Cervantes Saavedra, Autor des Don Quijote

Was ist eine Schreibhemmung?
Was ist eine Starthemmung?

Beim Phänomen des Aufschiebens weiß der Betroffene, was er tun müsste. Er findet aber Ausflüchte und tut Dinge, die klarer oder angenehmer sind.

Bei einer Starthemmung oder Startblockade dagegen will der Betroffene beginnen und findet den Einstieg nicht. Vor allem kreatives Schaffen ist oft von diesem psychologischen Phänomen gekennzeichnet. Die meisten Schriftsteller und Journalisten kennen den Zustand der Schreibhemmung, Studenten sitzen vor Ihren Hausarbeiten und finden den Einstieg nicht. Und natürlich ist das auch kein Phänomen unserer schnelllebigen Gegenwart. Schon vor Jahrhunderten schrieb beispielsweise Cervantes im Prolog des Don Quijote, er sei lange mit aufgestütztem Kopf vor einem leeren Blatt gesessen.

Es gibt aber nicht nur die berühmte Schreibblockade. Oft sind es auch andere Aufgaben, die uns entscheidungsunfähig zur Untätigkeit zwingen. Was also tun, wenn man beseelt vom Willen endlich anzufangen doch den Einstieg nicht findet?
 

Hermann Hesse
 
 

Jedem Anfang
wohnt ein Zauber inne ...

Beginnen wir mit den ganz naheliegenden Dingen. Machen Sie sich zwei Gedanken ganz bewusst:

Erstens ist es die berühmte Gedichtzeile von Hermann Hesse. Mitten im Gedicht "Stufen"  endet die Aussage nicht mit der einen berühmten Zeile "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", sondern es setzt fort "der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.".  Uns sollte gewiss sein, dass wir, wenn der erste Schritt getan ist, auch die Kraft schöpfen können, aus Gottvertrauen oder aus uns selbst, erfolgreich voranzukommen. Es wird gut werden. Pflegen Sie diese Zuversicht.

Und zweitens: Wenn schon so etwas Banales wie ein wenig Regen Sie vom Joggen abhalten kann, wie wollen Sie dann erst große Ziele erreichen, die Kraft, Disziplin und Einsatz fordern? Umgekehrt ist es: Je schlechter das Wetter, desto froher werden Sie darüber sein, dass Sie aufgebrochen sind. Pflegen Sie auch diese Erkenntnis.
 

Denkblockaden

Vermutlich sind die meisten Fälle von Startblockaden durch so etwas wie Gedankenkäfige verursacht. Man dreht sich im Kreise. Jeder Gedanke stößt immer neu den selben nächsten Gedanken an und so immer bis zum Ausgangs-Gedanken zurück. Und so beginnt der Kreis von vorne.

Dafür gibt es eine ganze Reihe von Tricks, das Wechseln der Umgebung etwa oder das Denken in einer Fremdsprache  Mehr über "Ausbruch aus einem Gedankenkäfig".

Eine wichtige Denkblockade, speziell beim Schreiben, entsteht durch einem überhöhten Stil-Anspruch. Deshalb: Formulieren Sie erst mal ganz simpel. Wenn überhaupt, dann können Sie später den Stil ja noch völlig überarbeiten. Machen Sie erst mal sowas wie eine Kinderbuch- oder Stammtisch-Fassung Ihrer Gedanken.

Start mit einer "anschaulichen" Aufgabe

Endlich mal über die langfristige Strategie nachdenken: Das ist eine typische, sehr wichtige Aufgabe, zu der viele Menschen den Einstieg nicht finden. Die wesentliche Ursachen sind leicht zu erkennen: Die Aufgabe ist zu abstrakt. Man kann sich nichts konkretes darunter vorstellen. Und die Aufgabe ist zu groß, als dass sie in der Zeitplanung des Alltags Platz fände. Doch da wir diese Gründe kennen, ist der Einstieg leicht: Wählen Sie eine einzelne, überschaubare Teilaufgabe, mit der Sie etwas anfangen können. Anschauliches und Überschaubares für einen ersten Schritt herauszugreifen, löst Blockaden. Beim Beispiel "Strategie" helfen ganz konkrete Fragen wie "Welcher Zielgruppe kann ich mit meinen Stärken den größten Vorteil bieten?". Siehe z.B. Strategie-Leitfaden.
 

RaketenstartDepression

Eine weitere verbreitete Ursache sind mehr oder weniger starke Depressionen. Bei anhaltend niedergedrückter Stimmung sollten Sie nicht zögern: Holen Sie sich Hilfe von Familie, Freunden und gehen Sie lieber zu früh zum Arzt als zu spät. Mehr über Starthemmung in Verbindung mit psychischen Problemsituationen.

Es wird in der Regel nicht der Start selbst sein, der die Blockade auslöst. Wenn überhaupt, dann erleben wir einen Start eher positiv besetzt wie das spektakuläre Schauspiel eines Raketenstarts. Es ist vielmehr die Ungewissheit über das was nach dem Start kommt, ungelöste Probleme, Versagensängste und vieles mehr, was unsere Psyche zum Hemmnis werden lässt. Wenn Sie die Lösung auf der psychologischen Seite suchen möchten, dann sollten Sie diesen Unsicherheiten und Ängsten auf den Grund gehen.
 

Weitere Methoden zur Abhilfe

Einen Trick aus Ihrer Schulzeit kennen Sie vielleicht noch: Eine leichte Form der Schreibhemmung hat man als Schüler manchmal auch mitten im Aufsatz. Plötzlich stockt der Gedankenfluss. Minutenlang bringt man kein weiteres Wort zu Papier. Der Blick zur Uhr macht noch nervöser ... Was tut man da? Der Trick bestand darin, ein Stück weiter vorne mit Lesen zu beginnen und zügig bis zum aktuellen Ende durchlesen. Das stellt den ursprünglichen Gedankengang sehr zuverlässig wieder her. Man schreibt spontan weiter.Schreibhemmung

Ein ganz wesentlicher Schlüssel an dieser Stelle ist das Tempo. Oft verwendet man die Technik der Versionierung. Wenn man in fünf Minuten ein paar Stichworte "präsentieren" soll, verändern sich Druck und Tempo so stark, dass man möglicherweise spontan aus der Blockade ausbricht.

Diese Wirkung wird verstärkt, wenn man auf eine andere Gedankenebene wechselt: Also nicht mit der eigentlichen Arbeit anfangen, sondern mit deren Gliederung, mit einer Begründung, mit Powerpoint-Stichwort-Übersicht oder mit einem "Abstract" (so nennt man bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen eine knappe Zusammenfassung des Ergebnisses).
 

Schnellplan

Wenn kein potentieller Feedback-Geber da ist, dem man das Tempo schuldet, braucht man eine technische Hilfe. Besonders bewährt hat sich ein Schnellplan. Das ist eine Kombination aus Temposteigerung und "Wechsel der Gedankenebene" auf ein Übersichtsniveau.

Man gibt mit einem PC-Programm eine eng begrenzte Zeitspanne vor und erarbeitet dann gegliedert und in Stichworten eine Übersicht des anstehenden Projekts mit dem selben Programm. Die Gliederungsarbeit wird mit Ablauf der Zeit schlagartig beendet und man beginnt sofort mit dem naheliegendsten Schritt die Umsetzung.
Start 

First Step Methode

Oft eher bei der Bekämpfung von Aufschieberitis angesiedelt, ist auch die Wahl eines extrem kleinen ersten Schrittes. Das sollte unbedingt probiert werden.

Man stellt sich eigentlich beim ersten Schritt einen besonders kraftvollen Start ins Rennen vor. Gleich in Führung gehen. Gleich mit Kraft und Energie anpacken. Doch tatsächlich fällt es vielen Menschen leichter, mit ganz zarten Tastversuchen loszulegen. Der winzige erste Schritt zieht dann andere Schritte nach und allmählich entsteht der nötige Schwung, um eine Aufgabe wirklich voranzubringen

 

Wenn sich "Aufschieben", Startblockade und gedrückte Stimmung zusammenfinden, kommt oft eine Flucht in eine Art Perfektionismus hinzu. Man schreibt das Wort "Plan" auf sein Blatt, radiert wieder, schreibt neu, unterstreicht, wiederholt das Ganze mit einem neuen Blatt und verliert sich wieder in Gedanken. Das kann man aber durch bewussten Umgang ausgleichen: Fordern Sie sich bei der First Step Methode bewusst Einfachheit ab.
 

Mindmaps

Blockaden lassen sich manchmal auch lösen wie mit Kreativitätsmethoden wie Brainstorming. An dieser Stelle sind besonders Mindmaps zu erwähnen weil hier auch noch eine ungewohnte Sichtweise hinzukommt. Wegen des nötigen Tempos sollten Sie hier Papier und Buntstifte verwenden statt Software.

Übrigens hat sich auch ganz allgemein in Verbindung mit Schreiben eine Technik ähnlich dem Mindmapping bewährt, die unter der Bezeichung Clustering bekannt wurde, siehe auch die Buchempfehlung "Garantiert schreiben lernen".

Auch Mindmaps auf Papier sollten Sie, wie beim Schnellplan-Verfahren, zeitlich klar begrenzen. Für solche Zwecke gibt es sehr preiswerte Sanduhren-Sets mit mehreren Sanduhren verschiedener Lauflänge.
 

GedankenEin Gedankenschwarm

Das Projekt, das Sie angehen, hat Bezugspunkte, an die man anknüpfen kann. Zur Seminararbeit eines Studenten etwa gibt es Fachliteratur, meist ganze Berge davon, zumindest auf verwandten Gebieten. Ein Trick, den Sie versuchen könnten, besteht im Überfüllen Ihres Gehirns mit einem ganzen Schwarm von Gedanken, Assoziationen, Bildern und Ideen aus diesem Gebiet. Verwenden Sie dazu eine Übersichts-Lesetechnik: Blättern Sie ein passendes Fachbuch durch und betrachten Sie jede Seite für zwei Sekunden. Nehmen Sie einfach nur beliebige Wörter, Überschriften oder Abbildungen wahr. Dann die nächste Seite. In wenigen Minuten sind Sie durch.

Verstärkt wird dieser Trick, wenn Sie Stichworte festhalten, zum Beispiel 5 Stichworte am Ende jedes Kapitels. Oder gönnen Sie sich drei oder vier Sekunden pro Seite und notieren Sie zu jeder Seite etwas. Machen Sie das handschriftlich und schnell. Und am Ende des Buches schreiben Sie weiter ...
 

Rituale

Startblockaden kann man ein Stück weit vorbeugen durch Rituale. Wenn man beginnt, etwas Bestimmtes ganz automatisch zu tun, geht es wesentlich schneller und einfacher. Erst den Tag planen, dann frühstücken und dann ohne neuen Plan direkt anpacken. Das wäre so ein Beispiel. Oder das bewährte Top-3-Ritual der Aufgaben-Priorisierung.

Ein gutes Ritual für jeden Neuanfang könnte auch sein: Essen Sie einen Apfel. Das ist nicht nur gesund und bringt Flüssigkeit und Zucker in den Körper. Wir haben in uns einen Mechanismus, der verhindert, dass wir beim Essen einschlafen. Ein Kaugummi während der Klassenarbeit verbessert das Ergebnis. Und einen Apfel zu essen, bringt auch einen kurzen Wachheits-Schub. Vielleicht lang genug für das Überwinden Ihrer Blockade.
 

Der Übungs-TrickStart

Die einfach Frage "Mit welchem ähnlichen, aber einfacheren Projekt könnte ich üben?" kann sich zu einer verblüffend schnellen Überwindung einer Blockade entwickeln. Etwa, wenn der Schriftsteller nicht sein Buch beginnt, sondern einfach mal eine Figur entwirft. Oder wenn man nicht gleich das große Projekt in der neuen Programmiersprache beginnt, sondern erst mal ein kleines Spiel oder ein paar nützliche Routinen für Datenbankzugriffe entwirft.
 

Immer noch ratlos?

Dann beginnen Sie jetzt mit Bewegung. Packen Sie in die nächsten 5 Minuten soviel körperliche Betätigung wie möglich. Dann setzen Sie fort mit den Tipps zum Aufbrechen eines Gedankenkäfigs. Beginnen Sie mit Tipp 6.