Der reichste Mensch auf dem ganzen Friedhof?
Arbeitsmethodik ist ein Erfolgsfaktor und keine Ersatzreligion. Nicht nur Geld und Macht, auch Menschlichkeit, Gesundheit, Familie und vieles mehr gehören zum Erfolg. Erfolgsmethoden sollen nicht den schnellsten Weg weisen, wie man der reichste Mensch auf dem ganzen Friedhof wird.
Stephen Covey zeigt, wie man die wesentlichen Dinge im Leben verbindet.
Coveys Buch wirkt bewußtseinsbildend und ist doch klar praxisbetont. Seine Sichtweise und sein klarer Stil heben es aus der Fülle der Zeitmanagement-Bücher positiv heraus. Ich empfehle es ausdrücklich.

... kein "richtiges" Zeitmanagement-Buch!
Covey bringt bringt nur wenige Rezepte, immer mehr in die gleichen Stunden zu pressen, obwohl auch das gründlich gelernt sein will.
Covey versucht vielmehr, mit dieser Dringlichkeitssucht aufzuräumen und die Suche nach den wesentlichen Dingen in den Vordergrund zu stellen. Sein Ansatz ist: Weg von der Effizienzsteigerung, hin zu immer höherer Effektivität.
Wer schneller lebt, ist eher fertig!
Zeitmanagement führt leicht dazu, den Minuten nachjagen, nur um Jahre mit den falschen Aufgaben und Zielen zu verschwenden. Das will Covey verhindern.
Vielleicht zeichnet er dabei eine zu heile Welt. Gerade Menschen, die Verantwortung für eine Familie tragen, können sich z.B. oft am wenigsten leisten, den Job zu wechseln oder die Arbeitszeit zu reduzieren, um diese der Familie zu widmen. Wir leben nun einmal auch mit Zwängen und sind gezwungen, Opfer zu bringen. Und doch ist Coveys Ansatz der richtige.
Uhr und Kompaß
"Wer bedauert auf dem Sterbebett, daß er nicht mehr Zeit im Büro verbracht hat?". Mit dieser Kapitel-Überschrift trifft Covey den Nagel auf den Kopf. Die meisten Menschen bemühen sich intensiv um die "Uhr", um immer höhere Effizienz, um immer mehr Leistung, um immer mehr in der gleichen Zeit.
Das wichtigere Instrument ist der Kompass: Sich mit wirklich wichtigen Dingen beschäftigen, die wichtigen Dinge erreichen, die Effektivität verbessern. Es nützt uns wenig, ständig erfolgreich und effizient die falschen Aufgaben zu lösen.
Chronos und Kairos
An vielen Stellen greift Coveys Buch sehr grundsätzlichen Gedanken und Fragen auf:Was würden Sie in den nächsten sieben Tagen tun, wenn Sie wüßten, daß Sie nur noch drei Monate zu leben haben?
Deshalb ist auch sein Zeitbegriff nicht nur der des herkömmlichen Zeitmanagement. Er spricht von den Zeit-Begriffen der Alten Griechen: Chronos, die fortlaufende, immer gleich wertvolle Zeit, die Zeit des herkömmlichen Zeitmanagements und Kairos, die günstige Zeit, also Zeit, die nicht immer gleich wertvoll ist.
Wochenplanung nach Rollen
Coveys Buch bringt nicht nur wohlfeile Sprüche. Es enthält einen sehr konkreten Vorschlag für die Durchführung der persönlichen Zeitplanung, (basierend auf einem Wochenarbeitsblatt und sechs Umsetzungs-Schritten)
Covey fordert eine Verbindung zur eigenen, persönlichen Lebensphilosophie. Am Beginn einer neuen Woche soll man sich der Frage nach den wichtigsten Dingen stellen, nach dem Sinn des Lebens und der Arbeit. Auf dieser Basis gilt es, Ziele zu identifizieren. Covey empfiehlt die Aufgliederung der Tätigkeiten und Ziele nach den Rollen, die wir im Leben spielen, die als Manager, Mutter, Vereinsvorstand und so weiter. Diesen Rollen werden Ziele zugeordnet. Stellen Sie fest, was in jeder Rolle als Wichtigstes anzustreben gilt.
Für jede Rolle wählen wir wichtige Ziele (nicht dringende), für diese Woche.
Ziele schaffen den Entscheidungsrahmen
Erst, wenn diese Ziele gefasst sind, schaffen wir uns einen Entscheidungsrahmen für die Woche. In diesem Planungsschritt legen wir Prioritäten und Zeitpunkte für die Woche fest, lassen Zeit für Unvorhergesehenes und so weiter..