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Warum Zeitwettbewerb?

Warum Zeitwettbewerb?

Neben Preis, Zuverlässigkeit und Qualität wird das Kaufargument Lieferzeit täglich wichtiger. Die Gründe, den Zeitwettbewerb aufzunehmen, liegen nicht nur in den Zwängen der Märkte, sondern auch in beträchtlichen Rationalisierungspotentialen.

Der Mercedes-Effekt ist weg!

Vor Jahren waren lange Lieferzeiten Prestige-Sache. Wer lange genug auf seinen Mercedes warten musste, der wusste ihn auch zu schätzen. Heute funktioniert das allenfalls in Nischenmärkten, bei überragenden Qualitätsvorteilen und bei neuen Produkten.

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, Zeitwettbewerb aufzugreifen:

  • Zeitwettbewerb wird uns aufgezwungen
  • Keine Lagerware mehr beim Handel
  • Der Druck durch schnelle Bestellwege
  • Das eigene Lager verringern
  • Varianten durch Tempo bewältigen
  • Die Kosten der Eilaufträge
  • Lange Lieferzeiten sind verwaltungsaufwendig
  • ...

In manchen Ländern bedeutet es bereits einen erheblichen Imageverlust, wenn ein Unternehmen nicht schnell genug liefern kann. Die Menschen haben erkannt, dass es unnötige Liegezeiten sind, die lange Lieferzeiten ergeben und nicht lange Bearbeitungszeiten. Wer lange Lieferzeiten hat, ist einfach nur schlecht organisiert.

Zeitwettbewerb rechnet sich! Zeitwettbewerb rechnet sich!

Zeitwettbewerb bedeutet einerseits Kosten. Eine Menge Know How muss von außen zugekauft werden. Häufig muss das EDV-System von Grund auf überarbeitet oder gar erneuert werden. Viele Unternehmen haben berechtigte Angst vor diesem Schritt.

Die gewonnenen Wettbewerbsvorteile, mögliche Zugewinne an Marktanteilen, (oder geringere Verluste, wenn die Wettbewerber bereits in den Zeitwettbewerb einsteigen), rechtfertigen diese Kosten. Der "return on investment" erreicht oft extrem günstige Werte. Eine fundierte Argumentation zu diesem Thema finden Sie in der Literatur.

Kostendruck

Oft ist sogar der Kostendruck direkter Anlass für den Einstieg in Zeitwettbewerb. Vielfach geht man davon aus, dass der schnellere Umschlag von Arbeit und Betriebskapital in sehr hohe Produktivitätszuwächse und Kostensenkungen von bis zu 20% münden kann. Je nach Kapitalintensität einer Branche ist Zeitwettbewerb also ein unmittelbarer Kostenfaktor.

Doch das Projektrisiko bleibt. Wie läuft es in der Übergangszeit? Was, wenn das Projekt scheitert? Wenn der Kostenrahmen nicht eingehalten wird? ...

Selbstfinanzierte Verbesserungen sind möglich!

Generell empfiehlt sich für den Einstieg in Zeitwettbewerb eine umfassende Umstrukturierung mit sehr ehrgeizigen Zielvorgagen. Doch bei übersichtlichen, insbesondere mittelständischen Unternehmen kann Zeitwettbewerb auch in Teilprojekten angepackt werden. Gerade im Mittelstand fehlt in aller Regel die Zeit des Managements für ein umfassendes Projekt. Fähige Leute sind mit anderen Dingen mehr als ausgelastet. Und mit Unfähigen sollte man nicht beginnen.

WiderstandDeshalb liegt die Antwort in einer optimalen Strategie. Die Ströme von Waren und Informationen durch ein Unternehmen nehmen den Weg des geringsten Widerstands. Sie lassen sich linearisieren und komprimieren.

Durch Erfahrung und eine sorgfältige Engpassanalyse werden die lohnendsten Teilprojekte herauskristallisiert und nicht gleichzeitig, sondern nacheinander angepackt. Wenn das gelingt, wird man mit dem Wichtigsten beginnen und nicht mit dem Angenehmsten oder irgendwelchen Lieblingsideen, denen man aus Betriebsblindheit immer wieder aufsitzt. Der Ertrag dieser Projekte wird nicht nur Zeitvorteile, sondern auch Kostenvorteile erbringen, die schließlich das nächste Teilprojekt wieder finanzieren...

Die finanziellen Vorteile bleiben nicht aus. Untersuchungen zeigen, dass Kunden mehr Geld ausgeben, wenn sie dadurch Zeit sparen (z.B. nach Png und Reitmann 1994: 1% höhere Preise für 6 % weniger Zeitaufwand.)

Zeitwettbewerb als Überbegriff ist in dieser schnelllebigen Zeit bereits wieder aus der Mode gekommen. Bücher über Zeitwettbewerb findet man beispielsweise nur noch sehr wenige. Die Diskussion hat sich auf eine Vielzahl von Einzelthemen wie Supply Chain Management oder Prozessoptimierung verlagert. Aus strategischer Sicht ist das aber eine Fehlentwicklung. Wir sollten die Beschleunigung einer Organisation als Ganzes nicht aus den Augen verliegen.

Wo muss der Zeitwettbewerb geführt werden?

 

Der Erste in der Branche hat den größten Profit vom Zeitwettbewerb. Er kann es sich erlauben, langsamer, kostengünstiger und fehlerfreier schneller zu werden als alle seine Nachahmer.

VerkaufLeider der Hauptgrund

Die meisten Unternehmen stellen sich dem Zeitwettbewerb, weil ein Konkurrent es vormacht.

Erst wenn Wettbewerber schneller liefern, wird nachgezogen. Bringen Wettbewerber schneller neue Produkte auf den Markt oder bieten sie schneller an, dann müssen Sie nachziehen.

Der Nachteil dieser Entwicklung ist ein Zeitdruck beim Umstellen der Organisation, der Fehler begünstigt, viel Geld kostet und eine optimale Entwicklung unmöglich macht.

Unsere Zeit wird immer schnellebiger. Wer sich heute für ein Produkt oder eine Serviceleistung entscheidet, will sie sofort haben. Immer mehr Menschen sind bereit, dann auch mehr Geld dafür zu bezahlen. Wer nicht schnell genug reagieren kann, scheidet aus.

Handel

Machen Sie aus der Not des Handels eine Tugend!

Schnelligkeit stärkt massiv die Kundenbindung

Stellen Sie sich einen Eisenwarenhändler vor, der für 120.000 € Elektrowerkzeuge auf Lager hat. Manche davon braucht er, um sie den Kunden zu zeigen. Die meiste Lagerware braucht er, weil der Kunde sofort ein Gerät mitnehmen will. Der Händler bindet Kapital und bezahlt Zinsen.

Gelingt es einem Hersteller, zuverlässig so schnell nachzuliefern, daß der Händler seinen Lagerbestand reduzieren kann, dann wird dieser das gerne tun. Da seine Kapitalbindung einen erheblichen Erfolgsfaktor darstellt, wird er diesem Hersteller auch den Vorzug vor seinen Wettbewerbern geben.

Mit dem Abbau der Kapitalbindung erhöht sich die Bindung zu seinem Lieferanten. Jetzt liegt der Lagerbestand in Elektrowerkzeugen vielleicht bei noch 50.000 €. Er hat keinerlei Interesse, sich nun wieder 70.000 € von seiner Bank zu leihen, nur um bei einem anderen Hersteller wieder Ware zu kaufen und auf Lager zu legen. Lieber überzeugt er seine Kunden von den Qualitäten seines neuen, schnellen Lieferanten.

Zeitwettbewerb führt also zu einer erheblichen Verstärkung der Kundenbindung. Gehen Sie also nicht das Risiko ein, zu den letzten Ihrer Branche gehören, die damit beginnen.

Tischler
Mehr Varianten ohne Beschleunigung sind tödlich!

Zeitwettbewerbern fällt Variantenreichtum leichter

Nehmen wir als Beispiel einen kleinen Möbelhersteller. Er fertigt jedes Stuhlmodell in Mengen von 500 Stück zweimal pro Jahr. Das Lager ist sehr sperrig und kapitalintensiv. Zeitwettbewerb wäre ein phantastischer Fortschritt. Eine Fertigung von 50-Stück-Losen würde Lager und Kapital entlasten und gleichzeitig eine deutliche Zunahme der Stuhlmodelle ermöglichen.

Genau dieses Beispiel ist mir heute begegnet, als ich 3 Stühle erwerben wollte. Nicht in Buche, wie der Standard, sondern in Eiche. Bei der nächsten Fertigung in 5 Monaten wird das mitlaufen. Falls ich sie wirklich bestelle.

Warum wird nicht in kleineren Losen gefertigt?

Es ist nicht ganz einfach zu organisieren. Der eine Stuhl enthält Biegeteile. Der andere hat gedrechselte Beine. Der dritte benötigt eine besondere Sägevorrichtung. Doch die Rüstkosten sind nicht deshalb so hoch, weil wirklich viel zu tun wäre, sondern weil der Meister froh ist, wenn er alle Einrichtungen gleichzeitig freihat. Und da steht auch schon mal eine Maschine drei Tage vorher bereit und wartet.

Dieses Organisationsproblem, das bei vielen Varianten auftritt, ist eine Sache der Informatik. Es ist oft schwierig. Aber es ist lösbar. Vielleicht sollten Sie einmal einen pfiffigen Programmierer fragen, bevor Sie glauben, so etwas sei nicht möglich.

Immer individueller

Produkte werden immer vergleichbarer und doch immer variantenreicher. Die Kunden wollen ihre Wünsche individueller befriedigt haben. Die Internationalisierung bedeutet nicht Vereinheitlichung, sondern eine Zunahme der Vielfalt und Anpassung an immer noch mehr verschiedene Normen und nationale Eigenheiten. Dieser Variantenreichtum darf nicht zu höhererKapitalbindung in Fertigwarenlägern führen. Die Alternative heißt Zeitwettbewerb. Nicht lagern, sondern schneller bereitstellen.

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Wer in Sekundenbruchteilen über Kontinente hinweg bestellen kann, will nicht monatelang auf seine Ware warten.

Schnellere Bestellwege erzwingen schnellere Lieferung

Kein Händler kann alle gebotenen Produktvarianten am Lager führen. Er muss nachbestellen. Bisher wurde die Bestellung oft mit Papier und Bleistift aufgenommen, dann noch einmal sauber abgeschrieben, möglicherweise durch eine Einkaufssoftware geschleust und dann gefaxt. Zeitverlust war unvermeidlich.

Zukünftig wird ein großer Teil der Bestellungen online abgewickelt. Kunde und Berater blättern inmitten des Ladengeschäfts gemeinsam in den Internetseiten eines Anbieters, wählen aus und bestellen.

Deshalb will der Kunde nach dieser schnellen Bestellung auch schnell seine Ware haben. Sechs Wochen waren angemessen, als allein der Versand der Bestellung und die Anlieferung der Ware eine Woche dauerte. Liegt aber die Bestellzeit im Minutenbereich und der Warentransport im 24 Stunden Takt, dann wächst auch der Druck auf die Produktionszeiten.

Andererseits wird diese Entwicklung den Handel empfindlich treffen, sobald Endverbraucher und Verarbeiter in größerem Umfang direkt beim Hersteller ordern. Diese Marktbereinigung wird vermutlich zu Lasten derjenigen Händler gehen, die diesen Sprung in der Bestellgeschwindigkeit nicht mitmachen.

Pferderennen
Zeitwettbewerb ist deutlich billiger als Eilaufträge

Eilaufträge sind zu teuer!

Auch wer keinen Zeitwettbewerb führt, hat eilige Aufträge. Diese laufen dann aber nicht von alleine. Sie verursachen enormen Aufwand. Jeder kümmert sich. Zusätzliche Kosten entstehen.

Viele Unternehmen beschäftigen Leute, die nichts anderes tun, als höchstpersönlich eilige Aufträge durch den Betrieb zu peitschen. Mit dem schönen Traum von den optimalen Losgrößen ist es dann ohnehin vorbei.

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Wer schneller reagieren kann, kann seine Lagerbestände deutlich reduzieren.

Das eigene Lager verringern

Kürzere Lieferzeiten dürfen nicht in eine größere Lagerhaltung münden. Das wäre in der Regel Unfug und ist doch gängige Meinung. Schnellere Reaktionszeiten entstehen durch geringere Liegezeiten. Ein Auftrag befindet sich in seiner Abwicklungsdauer nur zu vielleicht 5 % in Phasen echter Wertschöpfung. Der Rest sind Liegezeiten. Dort müssen wir ansetzen. Die EDV macht es heute möglich.

Was geschieht aber dann mit den Lagerbeständen?

Die Erfahrung von Unternehmen im Zeitwettbewerb zeigt einen Rückgang der Lagerbestände. Schnellere Durchlaufzeiten ersparen uns einen Teil des Fertigwarenvorrats. Wir können ihn ja schnell nachproduzieren. Zwischenprodukte müssen ebenfalls in geringeren Mengen gelagert werden. Da die Losgrößen sinken, machen kleine Lager inmitten der Fertigung immer noch weniger Sinn. Und die Rohmaterialien?

Die Lieferanten passen sich dem Zeitwettbewerb an. Sie können im Durchschnitt schneller einkaufen. In vielen Fällen erfordert das aber eine intensivere Zusammenarbeit. Gleichzeitig sind weniger Rohmaterialien in Zwischenprodukten gebunden und können daher flexibler eingesetzt werden ...

Fazit: Zeitwettbewerb reduziert in vielen Fällen die Lagerbestände deutlich.

Fertigungslager?

Bei der Beratung eines Metallverarbeiters in Dänemark fand ich einen Extremfall: Mitten im Fertigungsbereich, direkt neben einer Maschine, lagerten einige Kisten eines Zwischenprodukts seit fast 2 Jahren!! Die Arbeiter gingen Abertausende Male darum herum. Irgendwann störte das einfach nicht mehr. (Die Software des Unternehmens wusste übrigens Bescheid über den angearbeiteten Auftrag und das Zwischenlager in der Fertigung. Aber es gab niemanden, der je einen Blick auf diese Daten warf.) Mit einem Maßnahmenplan von 4 größeren und 13 kleineren Punkten konnte die Lieferzeit um etwa 90 Prozent und die Bestände in der Fertigung auf 0 reduziert werden. Und das binnen weniger Wochen ...

Verwaltung
Ein geringerer Auftragsbestand kann die Verwaltungskosten deutlich senken.

Schnelligkeit reduziert den Auftragsbestand

Zeitwettbewerber reduzieren, sofern sie nicht sofort enormes Wachstum auslösen, den Auftragsbestand. Gleichbleibender Umsatz bei halber Lieferzeit bedeutet eine Halbierung des Auftragsbestands.

Negative Effekte ...

Als unerwünschter Nebeneffekt reduzieren sich Möglichkeiten für gemeinsame Fertigungsschritte und optimierte Losgrößen. Zeitwettbewerb löst daher selbst wieder einen Druck, z.B. auf die Rüstzeiten aus. Nachteilig sind auch Schwankungen im Auftragsbestand, manchmal mit bedrohlicher Tendenz gegen Null. Hier wird die Antwort in flexibleren Arbeitszeiten und einer pfiffigeren Trennung von Kommissions- und Lageraufträgen liegen...

... werden durch positive Effekte mehr als aufgewogen

Erfreulich dagegen ist eine zunehmende Übersichtlichkeit des Auftragsbestandes. Die Reaktionszeiten der EDV werden besser, die Papierberge kleiner.

Der Haupteffekt ist aber: Der Anteil der Änderungen und Stornierungen nimmt ab, da auch die Kunden zu einem späteren Zeitpunkt bestellen können. "Bestellungen auf Verdacht" sind nicht mehr nötig. Der Kunde wartet mit der Bestellung, bis er sicher weiß, was er braucht.

Weniger offene Kundenaufträge bedeuten in vielen Organisationen weniger offene Werksaufträge, weniger offene Reservierungen, oft sogar eine Reduzierung des Lagerbestands im Fertigungsbereich.

Häufig werden Lieferzeiten reduziert durch Koordination verschiedener Fertigungs- oder Meisterbereiche. Weniger angearbeitete Aufträge warten auf Zulieferung aus einem anderen Betriebsteil. Auch hier wird sowohl die organisatorische als auch die physische Ordnung deutlich verbessert. Das "Sich-Kümmern-Müssen" reduziert sich auf ein Minimum.

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