Gekonnt telefonieren
Telefonieren ist heute eine erfolgsentscheidende Fertigkeit. Hier ist
natürlich nicht von Telefonservices die Rede, von Menschen, die kaum etwas
anderes tun, als den ganzen Tag zu telefonieren. Gekonnt telefonieren müssen
wir alle können.
Die Menschheit verbringt immer mehr Zeit am Telefon. Doch Übung alleine
macht kein perfektes Telefonieren. Noch dazu gibt es immer Neues zu lernen.
Längst vergangen ist die Zeit, als wir annehmen konnten, dass auch der
Gesprächspartner in seinem Büro sitzt und einen "normalen Telefonhörer" in
der Hand hält. Im Zeitalter von Scype und Smartphones ist es viel
schwieriger, die Situation des Gesprächspartners nachzuempfinden und immer
richtig zu reagieren.
Telefonieren ist also eine Kunst, die sich ständig weiterentwickelt. Hier
ein paar methodische Ansatzpunkte zu Dingen, die man besser machen kann.
1. Das Telefon als Störung
Wie kann man Unterbrechungen durch das Telefon verhindern?
- Bestimmen Sie den Zeitpunkt:
Versuchen Sie, Sprechzeiten einzuführen
- Lassen Sie sich verleugnen und rufen Sie zum geeigneten Zeitpunkt zurück
- Benutzen Sie Sprachbox oder Anrufbeantworter für eine "Stille Stunde"
- Sagen Sie jedem Gesprächspartner, zu welchen Zeiten Sie Anrufe bevorzugen
- Bündeln Sie Ihre Anrufe (wenn sie zum selben Aufgabenbereich gehören)
- Bestimmen Sie Ort und Gelegenheit:
- Führen Sie unwichtige Gespräche aus dem Zug, Auto, Hotel etc
- Schalten Sie Ihr Handy ab bei Konferenzen, Schulungen, Toilette etc
- Führen Sie eine Störungsbeseitigung durch:
- Führen Sie zwei Wochen lang eine Strichliste
- Details zur Methodik der Störungsbeseitigung finden Sie in unserem kostenlosen 25-Tage-Online-Kurs

- Vermeiden Sie unnütze Gespräche
- Notieren Sie vorher, welche Punkte Sie besprechen wollen, um nichts zu vergessen
- Anstehende Gespräche sind wie Papier: Nutzen Sie das Eisenhower-Prinzip
- Informieren Sie die Telefonzentrale möglichst gut, welche Art von Anrufen zu Ihnen durchgestellt werden und welche woandershin
- Nutzen Sie E-Mail
2. Nutzen Sie die Technik
Sparen Sie Zeit durch nützliche technische Hilfsmittel.
Benutzen Sie
- ein Headset, damit Sie die Hände frei haben
- Apparate, auf denen Sie vor dem Abheben sehen können, wer Sie anruft
- Sprachboxen für telefonfreie Zeiten
- Kurzwahlen, Nummernspeicher oder Anwahl direkt aus dem PC
- Video-Konferenzen, Bildtelefon
- Verbindungen mit mehreren Teilnehmern
- E-Mail für kurze und bündige Mitteilungen oder Fragen
- ...
Gute Technik wirkt sich übrigens auf die Qualität der Gespräche aus. Ein
Headset sollte leicht angenehm zu tragen sein. Gute Klangqualität lenkt
weniger Energie vom Gesprächsinhalt ab. Sogar Telefontarife können einen
Einfluss auf die Gesprächsqualität haben, dann nämlich, wenn man sich unter
Druck setzt, wenn man immer mehr das Gefühl bekommt, ein Gespräch abbrechen
zu müssen, weil es allmählich teuer wird. Ein ähnlicher Effekt kann
auftreten, wenn Menschen Funkwellen misstrauen, aber ein drahtloses Headset
benutzen. Es ist also auch wichtig, dass Sie z.B.
den richtigen o2 Tarif
finden und in einem angenehmen Umfeld telefonieren.
3. Lassen Sie Andere telefonieren
Eigentlich möchte man immer erreichbar sein. Doch weder ein Anrufbeantworter noch eine gestörte Handy-Verbindung ist eine gute Voraussetzung für ein erfolgreiches Telefonat. Eine klare Verbesserung ist da ein professioneller Telefondienst. Das ist ein Telefonservice den man so einfach wie einen Anrufbeantworter durch eine Anrufweiterschaltung (siehe Beispiel Telekom) erreicht. Dort antwortet dann aber ein echter Mensch freundlich und kompetent auf die Fragen des Kunden. Sie selbst bleiben ungestört. Sie haben aber noch besser als bei einer Fernabfrage des Anrufbeantworters gleich online Zugriff auf eine Anruferliste und können schnell reagieren, wo auch immer Sie gerade sind.
4. Telefonieren Sie besser!
Gekonnt telefonieren, heißt Verstehen und Verstanden werden.
Wenn Telefonieren Ihr Beruf ist und Sie den ganzen Tag immer wieder gleichartige Gespräche führen, dann verwenden Sie vorgefertigte Telefonskripte. Ihr Gespräche wird mechanisch ablaufen. Auch dafür gibt es eine Menge Tipps in der Fachliteratur.
Hier soll es aber um einzelne Gespräche mit neuem Inhalt gehen. In diesen, den normalen Telefongesprächen, ist nur weniges vorausgedacht. Dementsprechend groß ist das Risiko, sich gegenseitig nicht zu verstehen und das noch nicht einmal zu bemerken.
Auch hierzu gibt es interessante Tipps, die man als Arbeitsmethodiker geben kann. Zum Beispiel sollten Sie Notizen machen. Gleich zu Beginn des Gesprächs den Namen des Anrufenden notieren. Notieren Sie Stichworte.
Am Ende des Gesprächs ist es oft sinnvoll, diese Notizen ins Reine zu schreiben, gleich klipp und klar festzuhalten, was Sie in der besprochenen Sache als Nächstes zu tun gedenken.
Zu den besonders schwierigen Punkten in Gesprächen gehören bildhafte Beschreibungen am Telefon. Wie soll man jemandem per Telefon beschreiben, wie ein neuer Button Ihrer Software, eine Webseite oder eine neue Kartonverpackung aussehen soll? Nutzen Sie auch hier die Technik: Wenn Sie nicht gleich über den PC telefonieren, dann verwenden Sie z.B. den Mobile NoteTaker oder eine Sceye-Kamera, um blitzschnell Skizzen per Email zum Gesprächspartner zu bringen. Das macht vieles, was sonst kaum in einem Telefongespräch ausgedrückt werden kann, erstaunlich viel einfacher.
Ein Fernwartungssitzung, also der direkte Blick auf den PC eines Anderen,
ist heute ganz einfach und oft sogar kostenlos möglich.
5. Telefonieren in Fremdsprachen
Telefonieren in Fremdsprachen ist manchmal eine regelrechte Qual. Zwar sind die Verbindungen nach Übersee und damit das rein akustische Verständnis über die Jahre besser geworden. Doch alle anderen Voraussetzungen sind noch immer gleich.
Ein ganz wichtiger Gesichtspunkt sind überraschende Anrufe nach langer Zeit. Wer nur drei, vier Mal im Jahr Französisch spricht und nun plötzlich einen Anruf aus Frankreich erhält, der spricht nicht innerhalb von Sekunden gleich verhandlungssicheres Französisch. Es ist vielmehr so, dass unser Gehirn wenigstens eine kleine Eingewöhnungszeit benötigt. Diese Aufwärmphase, in der das Gehirn nicht nur die erste Schrecksekunde überwinden muss, sondern erst anfängt, die Assoziationsbahnen seines Grundwortschatzes zu aktivieren, kann unterschiedlich lang sein. Nach sehr langen Pausen kann es durchaus zehn Minuten dauern, bis man seine Sprachsicherheit wieder hergestellt hat. Ein, zwei Minuten Smalltalk sind bei den meisten Menschen nahezu zwingend.
Aber selbst wer dreimal pro Woche seine Arbeitszeit für internationale Telefonkonferenzen opfern muss, kann gut daran tun, Telefonieren in einer Fremdsprache zu üben und sich wichtige Redewendungen und Fachbegriffe anzueignen.
Führen Sie Ihre Notizen gleich in der Fremdsprache. Das erhöht die Geläufigkeit, erspart dem Gehirn das Übersetzen und es stellt beim nächsten Gespräch die wichtigsten Vokabeln gleich wieder bereit. Es ist sehr empfehlenswert, einen Ziele-orientieren Organizer wie meineZIELE für seine Notizen zu verwenden und Aufgaben mit z.B. englischsprachigem Hintergrund dort gleich in jeder Hinsicht auf Englisch zu bearbeiten.
6. Führen Sie Telefonnotizen
Romane braucht man nicht zu schreiben. Aber ein paar kurze nachträgliche
Telefonnotizen sind sehr wichtig. Nicht nur, weil man dann und wann streiten
möchte, wer wann was gesagt hat. Wer mit vielen Menschen telefoniert und
noch dazu die wenigsten davon je persönlich kennengelernt hat, der kann
seinem Gedächtnis nur wenige Anhaltspunkte bieten.
Am besten nutzt man dazu, wie gerade erwähnt, ein System wie meineZIELE
und führt die Notizen direkt bei der jeweiligen Kontaktadresse. Hier mit
einem besonderen Vorteil: Es wird automatisch ein Luftbild eingeblendet und,
wenn man schon keinen äußeren Eindruck von der Person hat, mit der man
telefoniert, dann doch wenigstens von dem Unternehmen oder von der
Wohngegend, mit der man es zu tun hat.
In der Regel werden wenige Stichwörter reichen, um sich zuverlässig zu
erinnern. Wer beim Telefonieren viel mitschreibt, wird aber vielleicht auch
seine Notizen einscannen wollen. Die wichtigste Telefonnotiz ist oft der
Tag, an dem man wieder anrufen wird. Die Eintragung "Nächster Kontakt" im
Screenshot ist natürlich nicht nur Gedächtnisstütze, sondern taucht direkt
im Kalender wieder auf.