25-Tage-Methodentraining: Tag 17 ...
Diese Ausführungen sind Teil eines 25-Tage-Trainings in persönlicher Arbeitsmethodik.
1. Das Schaukelbrett
Vor vielen Jahren machte ich als Jugendlicher auf dem elterlichen Bauernhof eine belustigende Beobachtung:
Ein zweijähriger Schafbock war aus seinem Gehege entwichen und in den Garten eingedrungen. Als ich ihn entdeckte, waren die prächtigsten Blumen bereits kahlgefressen. Das Tier trottete gerade an der Kinderschaukel vorbei. Dabei stieß der Bock ohne ersichtlichen Grund mit seinem Kopf leicht gegen das hölzerne Schaukelbrett. Es bewegte sich ein wenig zur Seite, kam zurück und traf unseren Helden leicht am Kopf.
Der Schafbock schaute zunächst etwas verdutzt, trat dann ein paar Schritte zurück und schlug mit etwas Anlauf seinen harten Schädel an die Schaukel, nur um gleich darauf einen umso kräftigeren Schlag wieder einzufangen. Der Bock trat zurück, zunächst erschrocken, dann in "männlich stolzem Habitus", wie Majestix sich ausdrückt haben würde, und schließlich wieder grimmig und kampflustig. Mit größerem Anlauf wiederholte sich die Szene
Nun hatte das Tier einen ebenbürtigen Gegner gefunden. Ich konnte minutenlang beobachten, wie der Schafbock mit aller gebotenen Hartnäckigkeit seinen Kampf ausfocht, bis er schließlich gedemütigt sein Schlachtfeld verließ.
Ein Vergleich liegt mir ferne, liebe Leser. Aber verhalten wir uns nicht auch manchmal so? Es sind die eiligen, unangenehmen Aufgaben, die wir ähnlich erleben. Da sie unangenehm sind, tun wir nur das Nötigste. Da sie eilig sind (aber nicht ganz so wichtig), brechen wir schließlich unvollendet ab, um uns Wichtigerem zuzuwenden. Durch die halbherzige Lösung kommt das Problem irgendwann erneut auf den Schreibtisch zurück. Wir ärgern uns, verhalten uns aber wie zuvor. Und das Ganze beginnt von vorne.
Machen Sie Nägel mit Köpfen! Erledigen Sie Aufgaben so, daß Sie nicht nacharbeiten müssen.
2. Umgang mit dem Zeitplanbuch

Bitte richten Sie heute Ihr Telefon- und Adressenregister ein.
Bei einem Zeitplanbuch aus Papier verwenden Sie das alphabetische Register. Bei einer größeren Anzahl von Anschriften ist es sinnvoll, diese über das Register zu verteilen. Benötigen Sie nur wenige Adressen und stehen ganz andere Dinge im Mittelpunkt Ihrer Planung, kann es sinnvoll sein, einfach unter dem Buchstaben T wie Telefon ein paar Blätter mit den wichtigsten Telefonnummern und Anschriften einzuheften. Das gilt auch, wenn Sie eine größere Anschriftensammlung an anderer Stelle pflegen, beispielsweise auf dem PC. Dann gehören in das Zeitplanbuch nur die Telefonnummern, die man wirklich häufig braucht.
Heften Sie möglichst grundsätzlich keine Zusatzblätter mit Büroklammern etc in Ihr Register, sondern verwenden Sie gelochte Blätter zum Einheften. Nur mit Disziplin von Anfang an bleibt das Zeitplanbuch in einem ordentlichen Zustand.
Wenn Sie einen elektronischen Organizer benutzen, empfiehlt sich die Pflege auf einem PC (bequemere Eingabe, Sicherungsmöglichkeit) und das Herunterladen auf den Organizer. In der Regel sind hier spezielle Datenbanken für Anschriften vorgesehen.
4. Planen und Analysieren

Fahren Sie mit der Analyse der gewählten Situation fort. Beachten Sie, daß eine Gliederung nicht nur den Ordnungsaspekt
einer Aktenhierarchie hat, sondern daß es um Sinnzusammenhänge geht.
Außerdem sehr wichtig: Notieren Sie auch Gesichtspunkte, die Ihnen unangenehm sind. Auch wenn Sie da oder dort Versagen eingestehen müssen, persönliche Niederlagen, hoffnungslose Situationen, Gesichtspunkte, mit denen sich Ekel, Furcht, Abscheu oder tiefe Trauer verbindet. Benennen Sie auch Widersprüche. Behandeln Sie Ihre Analyse absolut vertraulich, aber lassen Sie keine Lücken.
5. Sauberer Schreibtisch
Gibt es in Ihrem Gesichtsfeld noch immer störende Gegenstände? Ziergegenstände, die Ihren Blick auffangen? Zum Tagträumen verleiten? Schöne Gegenstände dürfen sein. Achten Sie darauf, daß Bilder und Gegenstände in Ihrem Blickfeld keine Beschriftung zeigen und meiden Sie Abbildungen, die sexuelle Ablenkung hervorrufen.
Haftnotizen gehören allenfalls auf Dokumente in der jeweiligen Ablage. Auf dem Rand Ihres Monitors, auf der Tastatur, oder wo auch immer an Ihrem Arbeitsplatz haben sie nichts zu suchen. Alle Notizen gehören ins Zeitplanbuch.